Wasser-Probe reiner und keuscher Weiber, Als dorten Pheron des Aegyptischen Königs Sesostris ältester Sohn blind war, ward ihm von dem Oraculo angedeutet, daß er wieder sehend solte werden, wenn er sich in dem Wasser oder Urin einer Frauen wüsche, die mit keinen andern, als mit ihrem eigenen Mann hätte zu thun gehabt. Worauff sich Pheron mit seiner eigenen Gemahlin Wasser zu waschen anfieng, er blieb aber vor wie nach, blind. Hierauff ließ er anderer Weiber Wasser in grosser Menge aufffangen, und dieses so lange, biß er endlich eine fand, durch deren Wasser er wieder sehend ward. Als dieses geschehen, schickte er seine Gemahlin, samt allen denen Weibern, so ihren Männern nicht reine Farbe gehalten, in die Stadt Erytrobulum, ließ selbige mit Feuer anstecken, und verbrannte sie alle zusammen. Diejenige aber, durch welche ihm geholffen ward, nahm er zu seiner Gemahlin an.