Ball, Pila, Daher Ball-Spiel, Lusus Pilæ, Ball-Haus, Sphæristerium, wird billig mit unter die zur Gemüths-Ergötzung und Erhaltung der Gesundheit vergönneten Leibes-Exercitia gerechnet, wie denn Galenus selbst seinen medicinischen Schrifften einen Tractat von Nutzbarkeit des Ball-Spiels einverleibet. Das Alterthum des Ball-Spiels wäre leichtlich von der Griechen und Römer Zeiten herzuleiten, (s. 2 Maccab. IV, 12) wiewohl der Erfinder desselben nicht eigentlich zu benennen; indessen finden sich bey den Griechen vielerley Arten der Ballen, welche der gelehrte Medicus Mercurialis de Arte Gymnastica in Sphæram Magnam, Parvam, Vacuam & Corycum, in den grossen, kleinen und leeren Ballen, und in Corycum, welcher aber ietziger Zeit gantz unbekannt, und nicht gewiß zu beschreiben ist, unterscheidet. Bey den Römern waren gleichfalls vier Arten von Ballen im Gebrauch, als Follis, Trigonalis, Paganica, und Harpastus, welche viererley Arten Cœlius Aurelianus, unter Benennung Sphæræ Italicæ, oder des Jtaliänischen Ballens verstanden. Follis war ein Ball von Leder gemacht, und mit Lufft oder Wind aufgeblasen, und kam mit der Griechen ihrer dritten Ballen-Art überein; Trigonalis war ein kleiner Ball, so diesen Nahmen entweder von dem Ort, wo man damit gespielet und dreyeckigt gewesen, oder vielmehr von Stellung der Spielenden überkommen; Paganica erhielt den Nahmen von den Pagis oder Dörffern, woselbst der gemeine Mann sich mit dieser Art des Vallens belustigte, wiewohl auch ein Theil der Stadt Rom Pagi genennet worden. Harpastum war eine Art von schweren und grossen Ballon, welche nur starcke Männer schlagen kunten. Heutiges Tages ist bey uns noch bekannt der Ballon, welcher mit Wind aufgeblasen, und so dann mit Händen auf freyem Felde geschlagen wird; nebenst den Ball-Häusern, die hin und wieder in grossen Städten aufgebauet seyn. Jn diesen wird entweder ballotirt, das ist, ein Ballon so lang gegen einander gespielet, mit der Raqvette hin und her geschlagen, und von denen in den vier Ecken des Ballen-Hauses stehenden Spielern, deren der eine die so genannte Grille, der andere le Trou, und die 2 übrigen la Galerie, bewahren, mit allem Fleiß dahin gezielet, wie ieder seinem gegenüber stehenden Adversario den Ballen in das ihme zu bewahren zukommende Loch einschlagen möge; oder es wird Partie gespielet, und ein gewisses Geld aufs Spiel gesetzt, da denn quinze, trente, quarante, cinq, und endlich partie gezehlet wird, quinze un oder trente un bedeutet, daß ieder gleiche Spiele habe, machen sie beyde quarante cinq, so heists à deux le jeu; der hierauf noch einen Schlag gewinnet, hat avantage, und so es ihm noch einmahl glücket, alsdenn ein Spiel von der Partie gewonnen; dabey stehet nun der Marqueur oder Aufzeichner, welcher die Schläge und erhaltene Vortheile des einen und des andern notirt, und solches ist gemeiniglich der Ballmeister selbst, oder der Marqveur, welcher seine Stelle vertritt, und gleichfalls einen guten Ballen zu schlagen verstehen muß.