Bekielen, Befiedern, Jst ein Wort, dessen sich die Orgel- und Jnstrumentmacher bedienen, wenn sie in die Zungen der Tangenten oder Decken der Clavicymbel und anderer Jnstrumente die Federn oder Kiele stecken, welche die Saiten klingen machen, und dieselben also zurichten, damit sie hernach auf den Clavicymbeln und Spinetten unter dem Spielen nicht hangen bleiben und stocken. Hierzu werden absonderlich die Raben-Federn gebraucht, welche härter als andere sind. Uiberhaupt ist das Bekielen eine solche Arbeit, darzu Gedult und ein guter Handgriff erfordert wird. Es muß auch der Künstler sorgen, damit durchs gantze Clavier die Gleichheit der Tone von seinem Fleisse zeugen möge.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 140–141Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0