FeedRegal
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Regal, Heist eine Art Pfeiffen-Spiel, sonst auch Schnarrwerck genennet. Es bestehet aus liegenden meßingenen oder höltzernen Pfeiffen, und hat zwey Blasbälge, welche beym Schlagen des Claviers den Ton verursachen. Dieses Regal kan man aus einander nehmen, und hinsetzen wo man will, man kan es auch mit dem Deckel zudecken, daß es gantz stille geht; hat bisweilen nur ein Schnarrwerck von 8 Fuß Ton, bisweilen 2, eines von 8 und eines von 4 Fuß Ton, wenn das dritte dabey, so ist es 16 Fuß. Bey Aufführung einer Music sind sie nicht zu gebrauchen. Jn den Orgeln hat man ein Register, welches Regal, zugleich aber auch vox humana genennet wird, dessen Sorten sind: 1) Grob-Regal von 8 Fuß Ton, meistens von meßingenen Pfeiffen, von 5 oder 6 Zoll hoch an der Mensur gearbeitet. Man findet auch kleine Corpora der Regal-Pfeiffen, welche kaum einen Zoll hoch sind, und doch 8 Fuß Ton haben. 2) Jungsrauen-Regal oder Baß; 3) Apfel-Regal; 4) das Knöpflein-Regal, so oben ein rundes Knöpflein hat, das in der Mitten von einander gethan, als wie ein Helm. Bey den Flanderern heißt Regal so viel als Claquebois.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1900–1901Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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