Gradatio, climax, Jst 1) in der Rhetoric eine bekannte Wort-Figur, da man gleichsam Stuffenweise einige Worte wiederholet. 2) Eine Noten-Figur, da zwey Stimmen per arsin & thesin, das ist, auf- und unterwerts durch Stuffen Terzen-Weise mit einander fortgehen. 3) Wenn eine Clausel mit und ohne Cadenz etliche mal unmittelbar nach einander immer um einen Ton höher angebracht wird. 4) Könte auch derjenige 4 stimmige Canon also genennet werden, welcher, so oft 2 Stimmen wieder von vorne anheben, allezeit um einen Ton höher steiget, da inzwischen die beyden andern Stimmen noch im vorigen tieffern Tone sich aufhalten, und dennoch zusammen klingen.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 948–949Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0