Köthe, Kotte, Heißt das unterste Gelencke am Pferde-Fuß, so zwischen dem Schienbein und Huf ist. Wenn ein Pferd die Köthe verstaucht oder ausgeköthet (ausgeküttet) hat, so stehet es vornen auf den Zehen, und die Köthe gehet ihm aus und ein; dafür nehme man ein Pfund klein gestossenen Lein-Saamen, ein halb Pfund Honig, und ein halb Stübchen Eßig, lasse es mit einander sieden, daß ein Teig daraus werde, schlage es warm auf einen Hasen-Balg, binde es dem Pferde auf den Fuß, so warm man es an der Hand leiden kan, und lasse es also stehen, bis den dritten Tag; wird es nicht besser, so binde man frisches darauf, und das thue man so lange, bis es heilet. Wenn aber dem Pferde das Hincken nicht vergehen will, so schmiere man es mit Lohr-Oel und Althee, binde ihm gemeldten Teig fein warm wieder über den Fuß, und halte den Huf feucht mit Einschlagen, und Horn-Salben. Andere nehmen Honig sammt dem Rooß, rösten Weitzen-Kleyem, machen es zusammen, und legen es dem Roß also warm auf. Noch andere nehmen einen guten Theil Fünff-Finger-Kraut, ein Nössel Wein, und einen guten Klumpen Butter, eines Gans-Eyes groß, lassen es zusammen sieden, bis das Kraut weich wird, alsdenn binden sie es dem Gaul um die Köthe, so warm es seyn kan, des Tages etliche mal nach einander, so wird dem Pferde gerathen. Man nimmt auch Brunnkreß, Hauswurtz, zerlassene Butter, als ein Gans-Ey groß, lässet es in einem Topff zusammen wohl sieden, und reibet erstlich das Pferd alle Tage zweymal, und verbindet es nachgehends, so warm es zu erleiden, damit. Alle Morgen soll man das Pferd eine Stunde oder ein paar auf das Feld gehen lassen, und darnach wieder reiben und verbinden. Wenn die Köthen der Pferde durch die Arbeit geschwollen, ist das beste Mittel ein Theil Nuß-Oel, mit zweyen Theilen Brantewein zu vermengen, und acht oder zehen Tage Abends und Morgens die Köthen damit zu schmieren. Oder man nehme Rauten, hacke sie, lasse sie mit Wein sieden und zu einem Teig werden, damit sie in Form eines Pflasters um die Köthe herum könne gebunden werden. Jtem, gekocht und mit Bohnen-Mehl vermischtes Cappes-Kraut, wird gleiche Wirckung haben. Oder Lein-Kuchen, Honig, Wein, Bier und Eßig zusammen zu einem Brey gekocht, und hernach warm übergeschlagen. Die Schenckel sind bisweilen bey den Köthen aufgelauffen und geschwollen, welches von allzulanger Ruhe herkommt, darzu insonderheit die dicken mit Fleisch beladenen Pferde geneigt sind. Dafür ist das beste und geschwindeste Mittel, daß man zwey Drittel Lauge von Reb-Holtz-Asche, und ein Drittel Weinstein-Saltz unter einander mische, die Köthen, oder auch andere geschwollene Oerter damit wasche, und hernach mit der Asche, so auf dem Boden lieget, bestreiche.