Kern, Heisset endlich auch das Leben, oder der inwendige empfindliche Theil eines Pferde-Fusses, so von aussen mit dem Horn umgeben ist. Den Kern wachsen zu machen, nehme man alt Schmeer, Roggen-Brot und Zwiebeln, schneide es klein durch einander, und mache es warm, laß das Pferd wohl reiten, daß es schwitzet, schlage ihm damit ein, und thue es in der Woche vier mal. Andere nehmen Lein-Oel, alt Schmeer, Hollunder-Laub, Krebse und Knoblauch, stossen es alles unter einander, und schlagen dem Pferd damit ein: Man nimmt alt Schmeer, Sadebaum, Knoblauch und Saltz, stösset es durch einander, schlägt ihm täglich damit ein, wirckt ihm denn aus, daß es an allen Enden blutet, und schlägt ihm darauf den erstgedachten Einschlag wieder ein.
Wenn ein Pferd unter dem Eisen auf dem Kern einen Spalt hat, und Feuchtigkeit von sich giebt, so klopffe man Eyerweiß in einem Töpfflein wohl ab, lege darein ein Stücklein abgestandenen, aber nicht gar gelöschten Kalch, schlags dem Pferd etliche Tage nach einander in den Spalt, so wird sich die Besserung bald zeigen. Wenn ein Pferd zu viel Kern hat, so nehmet Schweins-Kot und Saltz, menget es wohl unter einander, schlaget ihm 14 Tage nach einander damit ein, so weichet ihm der Kern; ie öfter solches geschiehet, ie besser ist es.