Lösung, das Gelooß, Ein Jäger-Terminus, und heisset so viel, als der Kot oder Mist wilder Thiere. Aus solchen pflegen die Jäger sowol, als aus der Fährte, das Wild zu erkennen. Die Losung eines
Bären siehet meistentheils, wie ein von Ameisen zusammen gedruckter Ballen aus, weil er die Ameisen überall hervor suchet und gleichsam an stat einer Würtze geniesset. Die Losung des
Hirsches zur Hirsch-Feist-Zeit im Sommer ist flach und breit, als ein Zwey-Groschen-Stücke; hänget schleimigt an einander, wie eine Wein-Traube. Je feister der Hirsch, ie schleimigter ist seine Losung, und gläntzet, wie Oel an der Sonnen, im Winter aber ist sie gedrungener, schwärtzer und rundeckigter. Des
Wildes Losung aber ist kleiner und am Ende spitzig; verzettelt solches, als einen zerrissenen Rosen-Krantz, und lässet die Lorbeern zerstreuet hin und her fallen, wie die Ziegen; und was das Wildpret gutes und böses, verdaulich und unverdauliches genossen, und im Magen und Wanst gehabt, wird man finden. Doch ist die Tages-Losung besser verdauet, als die Nacht-Losung. Die Losung eines
Wilden Schweins, wenn es in der Feiste und Mast-Zeit, ist schleimigt beysammen, und von starckem Geruch, im Sommer von Früchten, als ein Tann-Zapffen gedrungen. Der
Bachen Lösung ist kleckweise, iedoch auch unterschiedlich. Die Losung des
Hasen ist klein, trocken und eckigt, der Häsin Losung aber grösser, runder und feuchter; wie denn auch die Losung des
Wolffs härter und trockener ist, als der Wölffin.
Der Fachs leget vor die Röhre eines Dachsen in dessen Abwesenheit seine Losung, und verursachet damit, daß der Dachs, sobald er den Gestanck vermercket, seine Wohnung verlässet, welche darauf von den Fuchs bezogen wird. Die
Biber und Fisch-Otter werffen ihre Losung, so meistentheils von Krebs-Schalen und Fisch-Schuppen besehet, gemeiniglich auf die Steine Die Losung des
Baum Marders giebt einen angenehmen Bisam-Geruch von sich.