Modena, Jst eine schöne Volckreiche Stadt in der Lombardie auf einer Ebene gelegen, hat einen prächtigen Hof, dann der Hertzog viel Vasallen hat, kan auch eine gute Anzahl Soldaten aufbringen, dabey ist sie wohl befestiget, und hat tieffe Wasser-Gräben, nebst einer festen Citadelle von 5 Ecken, ingleichen eine Universität und Bischoff unter dem Ertz-Bischoffthum Bologna gehörig. Nahe an der Stadt-Mauer liegt der Posten S. Gataldo, davon man die gantze Stadt beschiessen kan; die Dom-Kirche ist wegen ihres Alters, dabey auch etliche Begräbnisse von Antiquitäten und die schöne Spatzier-Gänge, wohl zu sehen. Es wird auch sehr schön Brot allhier gebacken, dergleichen nirgends zu finden. Von derselben führen die Hertzoge von Modena aus dem Hause Esté ihren Nahmen, von welchen das Zeitungs-Lexicon nachzusehen. Der Hertzog von Modena hat die Länge durch in seinem Wappen einen rothen Pfal, darauf in einem blauen Mittel-Schilde ein silberner und mit Gold gecrönter Adler, als das Geschlechts-Wappen der Familie von Esté; darüber ein paar creutzweis liegende Schlüssel mit der Päbstlichen Krone, wegen Ferrara, welches allein der regierende Hertzog führet; hernach einen doppelten schwartzen Adler im güldenen Felde, aus Kayserl. Gnade; drey güldene Lilien im blauen Felde mit roth und goldenen Zacken eingefast, womit sie von den Königen in Franckreich beschencket worden. Auf diesem gecrönten Helm stehet der Adler der Familie von Esté.