Mantua, Eine sehr alte, schöne und auf einer Jnsel erbauete Stadt, welche der Mincio macht. Man zehlet darinne 18 Pfarren und mehr als 20 Klöster. Das Hertzogliche Schloß ist eines der schönsten in Jtalien; man siehet mehr als 200 Palläste Sie ist eine Haupt-Festung; und hat ausser ihrer natürlichen und durch Kunst gemachten Befestigung 3 Castelle, davon das eine S. George, das 2te aber Porto-Fort genennet wird. Sie ist die Hauptstadt des Hertzogthums Mantua, welches seine eigenen Hertzoge aus dem Hause Gonzaga hatte. Weil aber in dem Spanischen Succeßions-Kriege der Hertzog die Frantzösische Partie hielt, so ward er 1708 von dem Kayser in die Acht erkläret, und hat der Kayser das Hertzogthum bisher im Besitz gehabt. s. Zeitungs-Lexicon. Die Hertzoge von Mantua und Montferrat führen ein geviertes und weitläufftiges Wappen. Jn der ersten und vierten Feldung, welche silbern ist, stehet ein in der Mitte schmal zulauffendes rothes Creutz, in dessen ieden Winckel ein schwartzer Adler mit rother Zunge, Schnabel und Klauen, wegen des Hertzogthums Mantua. Auf diesem Creutz erscheinet ein kleines Mittel-Schild, darauf im rothen Felde ein gecrönter gelber Adler wegen des Orientalischen Reichs und der Kayser Palæologen, daraus Hertzog Friedrichs zu Mantua Gemahlin entsprossen; ein goldgelber Löwe im rothen Felde wegen der Lombardey; drey schwartze Qver-Balcken im güldenen Felde wegen Gonzaga; ein Creutz im rothen Felde mit 4 Griechischen B, wegen des Kayserthums zu Constantinopel; vier rothe Pfähle im gelben Felde, wegen Arragonien; ein halb roth und weisses Feld, wegen Montferrat; den Sächsischen Rauten-Crantz, wegen Abstammung aus dem Wittekindischen Stamme; zwey goldgelbe gecrönte Barmen mit güldenen Creutzlein im blauen Felde, wegen Jerusalem. Die dritte und vierte Feldung ist in die Qver getheilet, und befinden sich darinne: die Clevischen Lilien-Stäbe im rothen Felde; ein Schach-Bret im güldenen Felde, wegen der Grafschafft Marck; ein blaues Feld mit den Frantzösischen Lilien und einem Turnier-Kragen; ein gelber Löwe im schwartzen Felde wegen Brabant; ein roth und weiß eingefastes blaues Feld mit Lilien, wegen Burgund, drey gelbe Kämme im rothen Felde, wegen des Hertzogthums Rethel; und ein in 4 Qvartiere getheiltes Feld, darinne die 4 Frantzösischen Lilien im blauen Felde, wegen der Anverwandschafft mit dem Hause d’ Albret Orval, und ein rothes Feld mit weisser Einfassung. Endlich folgt ein blaues Mittel-Schild mit den Frantzösischen Lilien und rothem Rande eingefast, worauf 8 silberne Pfennige geprägt sind, als das Wappen von Alenson; oben auf dem Wappen steht ein Berg, darauf ein Adler mit der Uiberschrifft: Fides; und das Schild ist mit der Ordens-Kette des heiligen Sacraments umgeben. Die Wappenhalter sind zur Rechten der Mantuanische schwartze Adler, und zur Lincken der am Hals gecrönte Clevische Schwan.