FeedNocturne, le Manier nocturne
Sport & SpielRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Nocturne, le Manier nocturne, Das nächtliche Reiten, oder ein Pferd bey der Nacht tummeln. Dieses ist ein besonderer Gebrauch, daß einige Bereuter ihre Schul-Pferde bey Mondenschein exerciren, welche Manier, wenn sie (um gewisser Ursachen willen) mit Verstand gebraucht wird, von niemand kan verworffen werden, und ist vor allen solche Manier absonderlich an den Soldaten-Pferden zu gebrauchen. Man muß aber anfangs kein rohes Fohlen darzu nehmen, sondern solche Lection gehöret nur für Pferde, die ein gewisses Laster an sich haben, z. E. stolpern, ausreissen, nicht auf die Faust warten, scheu sind, mit dem Kopffe göllen, hin und wieder fantasiren, nach andern Pferden sich sehnen, und umsehen, nichts nach des Reuters Hülffe fragen, vorn tieff im Boden gehen, mit Gewalt auf die Faust dringen, nicht gerne zurück zopfen, und was dergleichen Laster mehr sind. Wenn nun ein Pferd sowol bey Nacht als Tage ist exerciret worden, so kan man sich in allen Fällen desto sicherer darauf verlassen.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 1608–1609Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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