Pouvoir des chevaux, Das Vermögen der Pferde, wird insgemein allen Pferden zugeeignet, wiewol es bey denselben gar unterschiedlich ist. Das meiste Vermögen dieses Thiers bestehet hauptsächlich in denen Schenckeln, mit welchen es nicht nur seinen eignen, sondern auch des Reuters Leib und seine Zugehör tragen, ja allerhand künstliche Wendungen und Sprünge darauf verrichten muß. Derohalben müssen die Schenckel insonderheit wohl nervicht, kräfftig und gesund seyn; Solche aber gesund zu behalten, muß man alles allzukalte Trincken (absonderlich in der Hitze) vermeiden, wie nicht minder die jähe Erkältung auf einen starcken Schweiß und kalte Benetzung der Wasser-Schwemmung des Leibes und der Schenckel. Hingegen ist ein grosser Vortheil und Stärcke der Pferde, die Benetzung eines warmen Wetter-Regens; Jt. wenn man ihnen unterweilen die Schenckel und das Creutz mit gutem Brantewein wäschet, und den Geruch des allerstärcksten Wein mit einem Schwamm durch die Nase wohl einziehen läst, auch dann und wann Melissen-Kraut zu essen giebt, und nicht überfüttert.