Schenckel, Heissen diejenigen Theile eines Pferdes, welche dessen Leib unterstützen, und wenn es gehet, die nöthige Bewegung machen. Es sind diese mancherley Zufällen unterworffen, welchen aber durch gute Wartung und Pflegung abzuhelffen, wie bereits an seinem Orte Erwehnung geschehen, vornemlich pflegen denen Pferden die Schenckel leichte anzulauffen und zu schwellen. Diese Schenckel-Geschwulst der Pferde ist folgender Gestalt zu curiren: Man nimmt Sauerteig, Honig, Saltz, Lein-Oel und Eßig, siedet es in frischer Milch, die nicht abgenommen ist, bis daß es so dicke wird, wie ein Brey, wäschet und bähet das Pferd damit, schläget es auf ein wüllen Tuch, bindet es dem Pferde um den Fuß, damit es nicht herab falle, und thut solches fünff oder sechs Tage nach einander, alle Tage zweymal, so vergehet ihm die Geschwulst. Oder man nimmt zerstossenen Lein-Saamen und Heu-Blumen, siedet es in Bier, menget hernach weisses Mehl und Honig darunter, lässet es wieder sieden, und rühret es, daß es nicht dicke werde, hernach schmieret man dem Pferde die Füsse damit. Oder, wenn man dicke Wein-Hefen, gestossene Wachholder-Beeren, und Eßig unter einander mengt, und dem Rosse die Beine damit schmieret, so verziehet sich die Geschwulst. Man kan auch gebrannten Leimen von einem Backofen zerstossen, und klein reiben, denselben mit Saltz und Eßig wohl vermischen, und auf ein weiß wüllen Tuch als ein Pflaster schmieren, solches über das geschwollene Bein binden, und damit drey Tage lang täglich continuiren, das Pferd aber auch so lange im Stalle stehen lassen. Oder Benedicten-Wurtzel und Schwartz-Wurtzel, im Brunnen-Wasser gesotten, und mit dem Wasser die Geschwulst gewaschen; hernach Weitzen-Kleyen in gutem sauren Eßig geröstet, und gar warm auf die Geschwulst gebunden, machet dieselbige bald vergehen.