Redop, Radop, Kommt her von dem Lateinischen Wort Reduplicare, das ist: Ein Pferd mit der schönsten Zierde, rechter Maaß, Erhebung und Aufmerckung des Tempo nach Ermessung der Cadenz in zweyen Ringen herum werffen. Darinnen müssen die beyden vordorn Schenckel zugleich, wie auch die beyden hintern zu einer Zeit, die Erde ergreiffen. Die hohen Sätze sind schöner, künstlicher und schwerer, weil sie grössers Vermögen abfodern, aber desto langsamer, hergegen die niedrigen desto geschwinder und zum Ernst oder im Zweykampf nützlicher zu gebrauchen. Beyderley Arten wollen keine so weite Sätze (als wie im Galop) leiden; denn dadurch wird die Geschwindigkeit verhindert, es muß auch nicht einer weiter vorwerts reichen, als der andere, nicht enger, nicht breiter, von oder neben einander (als dem Pferde die Schenckel gewachsen) stehen, daß die Sicherheit nicht geschwächet werde.
Contre-Redop nennet man auch Volte renversée, ist der verkehrte Redop, da ein Pferd mit dem Kopf inwendig am Centro mit den vordern Schenckeln den kleinen Ring macht, und mit der Groppa auswerts den grossen Ring betritt, so sonst im ordinairen Redop mit den vordern Schenckeln geschiehet. Dieser Contre-Redop erfodert ein Pferd, so da ringfertig und leicht mit der Groppa ist, auch hinten so hoch aggroppiret, als es vorn gehet, sonst hat es kein Ansehen.