Ritter des Todten-Kopfes, Lat. Ordo Calvariæ, welchen Hertzog Sylvius zu Würtemberg und Teck, auch in Schlesien zur Oels, als Groß-Prior, nebst seiner verwittweten Frau Mutter, der Fürstin Sophia Magdalena, Hertzogin zu Liegnitz und Brieg, als Groß-Priorin, zu stetem Andencken der allgemeinen Sterbens-Nothwendigkeit, und Erweckung aller Adelichen Rittermäßigen Tugenden, Anno 1652 in der Residentz-Stadt Oels, sowol vor Cavaliers als Dames aufgerichtet, und war das Kennzeichen ein Ring mit einem Todten Kopf, den die Gesellschafter an einem schwartzen Band in der lincken Hand täglich getragen. Es ist aber diese Stifftung nach der Zeit eingegangen, und nicht weiter fortgesetzet worden, bis endlich im 1709ten Jahre die Durchlauchtigste Fürstin Louise Elisabeth, Hertzogs Philipp zu Sachsen-Merseburg Frau Wittwe, eine gebohrne Hertzogin in Schlesien zur Oels und Bernstadt, diese von ihrem Herrn Groß-Vater herrührende Stifftung wiederum unter gewissen Ordens-Regeln erneuert, und sich derselben als Groß-Priorin selbst vorgestellet hat. Es wurden von ihr nur Dames mit diesem Orden beehret, und die Groß-Priorin allezeit aus den Princeßinnen des Hochfürstl. Hauses Würtemberg von den Ordens-Dames erwehlet. Das Ordens-Zeichen ist auch verändert worden, und bestehet in einem weissen Bande, daran ein silberner Todten-Kopf an einer schwartzen emaillirten Schleiffe hänget, auf welcher die Worte: Memento mori, mit weissen emaillirten Buchstaben zu sehen sind.