Schlafsucht, Bey dieser gefährlichen Kranckheit der Pferde, entstehen zu Zeiten Tubercula im Hirne, welche dasselbe endlich klemmen, und also eine beständige Schläfrigkeit verursachen. Diejenige Schlafsucht, welche von den untern Gliedern herrühret, ist nicht so gefährlich, als die, welche auf eine hitzige Kranckheit folget; denn diese zeiget eine Austilgung der natürlichen Wärme oder eine schädliche gifftige Qvalität an, dergleichen in ansteckenden gefährlichen Fiebern dem Hirne gemeiniglich zuzusetzen pfleget. Von auswendig wird diese Kranckheit durch grosse Kälte und unmäßiges Schlagen auf das Haupt verursachet, auch wenn ein Pferd lange im Mondenschein stehet. Die Kennzeichen dieser Kranckheit haben wir oben unter Lethargie d’ un cheval beygebracht. Vor allen Dingen soll man solchen Pferden den Leib suchen offen zu halten, hernach die Hals-Spor- und Schranck-Adern lassen, und ihnen folgenden Tags diesen Tranck: Yllirische Camillen, Thracæ genennet, 4 Loth, rothe Bucken 8 Loth, in 3 Maaß fliessend Wasser auf die Helffte eingesotten, auf einmal eingiessen, und etliche Tage damit anhalten. Oder nehmet Calmus 5 Unzen, Rhapontick, Spicanard und Gall-Aepffel iedes 3 Unzen, 3 oder 4 Löffel voll Baum-Oel, und rothen Beyfuß, zerstossets klein, und mischets durch einander, und gebet dem Pferde 3 Löffel voll in 2 Qvartier laulichten Wasser ein. Reibet ihm alle vier Schenckel wohl mit warmen Eßig, Saltz und Kleyen untermengt, denn es ist sonst nicht wohl auf die Beine zu bringen; man mags ihm auch fein warm überschlagen, und um die Schenckel binden. Waschet ihm auch den Kopf wohl mit Wasser, darinnen Camillen, Poley und Beyfuß gesotten ist. Alsdenn schmieret es wohl mit Oel den Kopf und die Ohren dadurch zu erwärmen, und wendet meglichen Fleiß an, daß es nicht schlaffe. Man muß ihm eine gute dicke warme Streu machen, und es warm zudecken.