Schreyer-Pfeiffe, Schryari, Gehen starck und frisch an Laut, können für sich allein, und auch zu andern Jnstrumenten gebraucht werden, haben hinten sowol Löcher als vorne, sind an der Grösse als die Cornemuse, nur, daß sie einfach und unten offen, und daher stärcker am Resonanz. Der Discant ist zwar unten zugedeckt, hat aber viel kleine Nebenlöcher, wo der Ton heraus kan. Sind oben etwas weiter anzusehen, als unten, wegen der Capsel, die über das Rohr gemacht ist, so daß das Rohr nicht in den Mund kommt, wie bey den Schallmeyen; daher man auch den Ton nicht moderiren kan, sondern muß es schreyen lassen. Man hat gantze Stimmwercke davon, als Discant, Alt, Tenor und Baß.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2081–2082Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0