Schütze, Heißt insgemein einer, der mit dem Schieß-Gewehr fertig umzugehen weiß; insonderheit nennet man also einen Jagd-Bedienten, dem ein Refier an der Grentze, das überwechselnde Wildpret daselbst fleißig wegzuschiessen, anbefohlen ist. Daher heissen sie auch mehrentheils Grentz-Schützen, und haben diese eigentlich mit den Forst-Sachen nichts zu thun. Derer Herren von Adel, welche keine Forst-Bann haben, ihre zum Weidwerck bestellete Leute pflegt man auch Schützen zu nennen, weil gemeiniglich ihre meiste Kunst im Wild-Schiessen bestehet. s. Schiessen.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2084–2085Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0