Schulen, Ecoles, Sind unter den ritterlichen Exercitiis die unterschiedlichen Lectiones, so bey der Erden und über derselben können geübet und beritten werden. Man hat sie hier in Riß auf eine Kupfer-Platte gebracht, damit man sie mit einmal übersehen, und sie den Scholaren zu einer fleißigen Repetition dienen können, wobey anfänglich zu erinnern, daß die starcken Linien und Ringe die rechte, die punctirten aber die lincke Hand im Tummeln bedeuten. Num. 1 sind zwey kleine Ringe oder kleine Volten neben einander, so sich bey lit. A anfänget, lincks changirt, und rechts parirt. Num. 2 die zweyte Lection ist, wenn man drey kleine Volten neben einander macht, welches man ein Kleeblat machen heisset; man fängt allzeit in allen Schulen rechts an, und parirt auch wieder rechts. Num. 3 ist die Creutz-Schule, als das Fundament aller andern Lectionen nebst den vier kleinen Volten, so daraus entspringen; und können die Changemens durch Passaden inwendig oder auswendig gemacht werden, und in der Mitten parirt. Num. 4, 5, 6, 7, 8, 9 diese Lectiones sind lange Schulen mit drey Volten, nemlich an beyden Enden der Linie, und dann in der Mitten, so von Hand zu Hand abgewechselt werden können. Num. 10 eine andere lange Schule mit drey Volten, aber mit dem Unterschied, daß die mittlere Volta in Radop aus dem Galop genommen wird, welches in der Abbildung die doppelten Striche in der Runde anzeigen. Num. 11 ist eine einfache Lection in drey engen Volten, so auf Soldatisch von Hand zu Hand kan herum geworfen und getummelt werden. Num. 12 diese Lection ist der einfache Repolon oder halbe Volte, so am Ende der Linie in Radop genommen, und allezeit nach Vollendung derselben wieder auf gerader Linie changirt wird. Num. 13 diese Lection sind einfache Passaden, so von den Repolons darinne unterschieden, daß sie in Galop Raccolda, jene aber in Radop geschehen. Num. 14, 15, 22, 35: Diese Lectiones sind der doppelte Repolon, in dieser Schule müssen die Volten, wie auch die Abwechselungen zweyfach gemacht werden, und in der Mitten der Linie ist die Parade. Num. 16 ist eine Oval-Volte mit durchschnittenen und vier halben Circkeln, so nicht ein-sondern auswerts abgewechselt werden. Num. 17 ist die Schnecken-Schule, wobey zu beobachten, daß man die Faust gantz stet und ordentlich führen muß, damit die Abnehmung und Zugebung der Volta nicht zu viel, noch zu wenig geschehe. Num. 18, 19 ist eine uralte Schule, und so hochnöthig, als eine seyn mag; denn sie einen Reuter in der Wendung, und dem Pferd in der Abwechselung viel zu schaffen giebt, indem es à Tempo geschehen muß. Num. 20 stellt ein Kegelspiel vor, durch welches man ein dreßirt Pferd tummeln kan, ohne die Kegel (welche 1½ Fuß von einander stehen) umzustossen, daher sie auch die Kegel-Schule genennet wird. Num. 23 ist eine Schule, so fast ohne Ende, und kan solche so lang im Galop gemacht und abgewechselt werden, als es des Pferdes Athem und Vermögen zuläst. Num. 24, 25 sind Lectiones auf gerader Linie im Galop Raccolda, so mit Repolons im Radop am Ende umgewendet, changirt werden. Num. 26 stellet vor ein Spanisch Creutz, welches eine von den allerschweresten Schulen, indem solche in lauter Courbetten bestehet, und fänget bey Lit. A an, bis in die Mitten, alsdenn courbettiret man rechts und lincks seitwerts; dann gantz vorwerts bis zu Ende des Creutzes, endlich courbettirt man auch wieder rückwerts bis Lit. A, und pariret mit einer Piroüette. Num. 27, diese Lection fänget sich mit doppelten Repolons an, avancirt auf gerader Linie im Galop raccolda bis zu Ende, formirt zwey kleine Eck-Volten, und beschliest mit Schlangen-Wendungen. Num. 30 bis 33 sind Lectiones von künstlichen engen Abwechselungen Hand zu Hand. Num. 34 ist die kürtzeste und schwereste Schlangen-Schule, weil sie nicht auf gerader Linie, wie Num. 18, sondern in der viereckigten Volta gemacht wird. Num. 36, 37 eine Lection von Repolons auf justen Fuß geritten, da nach solcher nicht wie bey oberwehnten Num. 14 changirt; sondern in der Mitte auf gerader Linie abgewechselt wird; welche Schule zum Duel sehr dienlich, um des Gegners Gruppa abzugewinnen. Num. 38, 39 ist der falsche und übereilte Travers, da des Pferdes Groppa gar zu viel eingehet, und solche fast der Brust vorkommet, welches gefährlich und auch schädlich, indem es mit den vördern Schenckeln starck kreuzet, und sich mit den hintern auf die Crone tritt, auch solcher Gestalt keine Volta radoppiata formiren kan. Num. 40, 41, 42, diese Lectiones sind Volte radoppiate, welche man allezeit auswendig abwechseln; und die Gruppa wohl einhalten muß, damit das Pferd auf den Satz sich wohl wenden, also auch recht für sich avanciren könne. Num. 43, 44 sind zwey sogenannte Wiener-Schulen, so allda sehr üblich, und nach Newcastlischer Methode zu reuten sind. Num. 45, 47, 48: Diese Lection ist eine wohl eingetheilte Volta radoppiata, welche für die schönste und nützlichste Schule auf der Reitbahn geachtet wird. Num. 46 ist eine dargegen gesetzte verfälschte Volta radoppiata, welche von den übereilten Travers num. 38 herrühret, und einem Pferde nicht nur schwer ankommet, sondern viel Unordnungen daraus entstehet, und unmöglich zu einer Volta gelangen, und die rechte Circumferenz vollführen kan. Num. 49 zeiget an den rechten Travers, welcher dem falschen num. 38 entgegen gesetzt ist, da ein Pferd die schrege Linien mit den vördern und hintern Schenckeln betreten muß, welches das Fundament des rechten Radops ist, wie num. 45 weiset. Num. 51 folget ferner der Travers, so schregs, rechts und lincks avancirend gehet, woraus der rechte Schlangen-Tantz entspringet, wie Num. 50 weiset. Num. 52 ist eine General-Lection und Universal-Schule, worinnen die andern alle bestehen, als man sprengt das Pferd bey lit. A in Galop an, macht nach der geraden Linie die erste kleine Volta, und gegenüber in der Ecke wieder die andere, alsdenn setzet man das Pferd qver durch die Bahn in Radop, darauf folgen 3 Courbetten, und dann 3 Capriolen; in der Ecke oben changirt man auf die lincke Hand, macht bey lit. A die dritte und schregs gegenüber die vierte kleine Volta, nimmt es qver durch lincks in Radop, macht noch 3 Courbetten und 3 Capriolen darauf, changirt wieder, und macht rechts und lincks 2 Piroüetten; endlich 3 Courbetten und 3 Capriolen, die erste niedrig, und die andere höher, und die dritte so hoch, daß von Rechtswegen ein Mann kan durchgehen; und darauf wird à tempo parirt. Diese Lection erfodert einen vollkommenen Reuter und wohldressirt Pferd.