Schwulst der Augen, Mönig, Jst ein Augen-Gebrechen an den Pferden, welches von einer zufälligen Sucht herrühret. Wenn ein Pferd mönig wird, geschwellen ihm die Augen, rinnen, und gehen ihm aus beyden Augen dicke Felle, die dunckel-weiß, und unten mit schwartz, und zu Zeiten mit Blut oder mit Blutfarb vermischt sind; daher vermeinen wohl etliche, so es nicht verstehen, das Pferd sey in die Augen geschlagen oder gestossen, wollen demnach mit scharffer Artzney die Felle abtreiben, und machen dadurch den Schaden nur desto ärger. Nimm aber das Weisse von einem neugelegten Ey, streiche ihm dasselbe aussen auf, und um das Auge herum, und laß es einen Tag und Nacht daran: des Morgens wasche es mit einem schönen lauen Wasser wieder sauber ab, und so es trocken, reibe ihm wieder eines über, und continuire fünf oder sechs Tage darmit. Will das Auge aber davon nicht lichte werden, so nimm gute rothe Corallen und lege sie auf ein heisses, aber nicht glüendes Eisen, bis sie weiß werden, mache sie zu subtilem Pulver, und blase es ihm in die Augen; wie denn dieses Corallen-Pulver den Pferden bey allen andern Augen-Gebrechen gute Dienste thut. Oder nimm die Blüthe von dem Kraut Edel-Gamanderlein, oder klein Bathengel, dörre sie im Schatten, mache sie zu Pulver, und thue solches dem Mönigen-Rosse in die Augen. Oder, nimm Dosten oder Wohlgemuth, Baldrian, Enzian, Weißwurtzel, grosse Kletten-Wurtzel, Sonnenwirbel oder Wegwart-Kraut samt der Wurtzel, Schell-Kraut ohne Wurtzel; dieses muß alles zusammen ziemlich grob geschnitten, und unter das Futter gemischet werden, wenn der Mond fünf Tage alt ist.