Spasme d’ un cheval, Krampf eines Pferdes, ist eine gewaltsame Ein- und Zurückziehung der Nerven, wenn sich dieselbigen zu ihrem Anfang und Ursprung zu ziehen, und oft lange also verbleiben, bis man ihnen durch gebührende Mittel zu Hülfe kommt, es nimmt zuweilen den gantzen Leib ein, und hält die Glieder dermassen gefangen, daß sie sich auf keinerley Weise, weder auf diese noch auf jene Seite wenden können. Es wird insgemein erkannt, wenn das Pferd jähling fällt, und die Gelencke bald einziehet, bald aber wieder von sich strecket, über den gantzen Leib zittert und schwitzet, darneben auch einen Schaum aus dem Maul fallen läst.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2142–2143Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0