Spiegel-Schimmel, Ein Pferd von weissen Haaren, mit schwartz dergestalt untermengt, daß sie wie ein Spiegel aussehen. Man hält sie für eine gute Art und löblicher Natur, sie dienen zum Reuten und vor Carossen. Weil sie aber, so oft sie haaren, die Farben verändern, und theils dunckler, theils lichter werden, so wird der Zug dadurch verunzieret. Wenn ein Spiegel-Schimmel weiß zu werden beginnet, soll man ihm zur Zeit, da die Pferde sich haaren, die zarten erst ausschlagenden Blätter vom Eichen-Laube unter dem Haber mengen und zu fressen geben, so werden die Spiegel schwärtzlich.
Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2148Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0