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AllerleiRitter-Exercitien-Lexicon 1742

Tact, Jn der Music wird genennet die Abmessung der Zeit und der Musicalischen Noten, welche durch eine richtige Bewegung mit der Hand geschiehet, nach welcher sich die Sänger und Jnstrumentisten richten müssen. Der Spondaische wird in zwey Theile getheilet, und der erste heisset Thesis, der Niederschlag, der andere Arsis, der Aufzug. Der Trochaische wird in drey gleiche Theile getheilet, oder vielmehr in zwey ungleiche, deren ersteres, nemlich der Niederschlag zwey Drittheil und der Aufzug ein Drittheil enthält. Der Tact wird nicht unbillig die Seele der Melodie genennet. Sonst sagt man auch, nach dem Tact gehen, das ist, gravitätisch nach dem Gewicht oder Ordnung. Bey dem Tantzen ist die Music und der Tact eines von den allerprincipalsten Requisitis, und können beyde gar füglich mit dem Menschen verglichen werden. Denn das Tantzen und Bewegen ist der Leib, und die Music die Seele, als durch deren Concent die Spiritus animales erweckt, das Hertz zur Freude ermuntert, und die übrigen Gliedmassen zum Hüpfen und Springen rege gemacht werden. Der Tact und die Cadence ist das Werckzeug, wornach alle Schritte metrice abgemessen und abgezehlet werden müssen. v. Cadence.

Valentin Trichter, Curiöses Reit- Jagd- Fecht- Tantz- oder Ritter-Exercitien-LexiconLeipzig: Gleditsch 1742 · Sp. 2182–2181Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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