Theatralische Schreibart, Begreifft folgende Gattungen unter sich: 1) die eigentliche Dramatische, dessen Abzeichen ist, daß sie so singen lehret, als ob man redete, davon oben an seinem Orte. 2) Den Jnstrumenten-Styl, Stylum symphoniacum, welcher hier gantz anderer Natur als in Kirchen-Musicken ist. Ob man gleich manchmal in theatralischen Sachen ernsthafte Vorspiele antrifft, so haben sie doch den Reichthum und die innerliche Wichtigkeit nicht, als in Kirchen. Bey theatralischen Sätzen ist auch dergleichen Gründlichkeit nicht nöthig; ja es läufft einiger massen wider die Eigenschaft und Absicht der Schauspiele, deren Kennzeichen doch allemal etwas spielendes bleibet, das eben keinen grossen ernstlichen Eindruck, sondern nur eine nützliche, und dabey mehr ergötzliche, als einnehmende Vorstellung zu wege bringen soll. 3) Stylum hyporchematicum, s. Hyporchematische Schreibart. 4) Stylum phantasticum. Die phantastische Schreibart hat hauptsächlich ihren Sitz auf der Schaubühne nicht nur für Jnstrumente, sondern auch für Sing-Stimmen. Er bestehet mehr im Singen und im Spielen, das ex tempore geschiehet, als im Setzen, ohngeacht die Fantasie, Capriccie, Ricercate &c. hieher gehören. Die Jtaliener bringen ihre Einfälle öfters an Mann, indem sie sich dieses Styls zum besondern Vergnügen der Kenner bedienen, die Fantasie möge nun zu Papier gebracht, oder von dem Componisten nur der beqveme Ort und die rechte Stelle bemercket worden seyn, wo dergleichen freye Gedancken nach eigenem Belieben angebracht werden können. Gemeiniglich geschiehet solches bey einem Schlusse; aber es gehören tüchtige Köpfe dazu, die voller Erfindungen stecken, und an allerhand Figuren bisweilen mehr als gar zu reich sind. 5) Stylum melismaticum. s. Melismatische Schreibart.