Wolffs-Jagd, Wird also angestellet: Man ziehet mit vielem Volck gen Holtz, und lässet es erst mit Netzen umgeben: Weil aber bey starckem Frost die Löcher zu den Furckeln nicht mit Hacken und Pickeln oder Spitz-Hacken zu machen, weil solches bey gefrorner Erde zu sehr schallen, und die Wölffe, wenn sie es hören, zu zeitig ausreissen möchten, so werden solche mit einigen Frost-Bohrern gemacht: Die Haacken und Hefftel an die Bäume gebunden, und also in aller Stille gestellet. Die Netze müssen wenigstens fünff Schuh hoch, und nicht gar hart gespannet seyn, daß sich die Wölffe leichte darein verwickeln können. Wenn nun alles bereit und fertig ist, werden die Treiber mit drey Trommeln eingetheilet und angestellet, vom rechten Flügel durch ein Hifft-Horn ein Zeichen gegeben, und von dem lincken geantwortet, hierauf fort- und auf die Netze zu-auch drey-bis viermal hin und wieder getrieben, imgleichen auch starcke Schäfer- oder Fleischer-Hunde, oder andere Bauer-Rüden zum Aufsuchen hinein gelassen, da denn die in solchem Tumult von den Treibern und Hunden in die Netze gejagten Wölffe von denen ausserhalb der Stallung auf sechs bis acht Schritte von einander postirten Bauern, mit Aexten, Prügeln und Keulen zu tode geschlagen werden.