Reh-Netze, Werden insgemein funffzig gedoppelte Schritte lang, und sechzehen bis zwantzig Maschen hoch gemacht, deren iede drey Zoll lang ins gevierte seyn soll, damit kein Fuchs oder Hase hindurch schlupffen könne. Die Leinichen, davon sie abgestricket werden, sollen von vier Garn dick gesponnen, die Schlag-Leinen aber zwölff Garn-Faden dicke seyn, und an iedwedem Ende ein paar gute Klafftern vorgehen, solche an den Haken und Hefftel zu binden, welche von weißbüchenem Holtze, und die Furckeln fein leichte seyn sollen, damit ein Mann solches tragen, und füglich, leicht und beqvem stellen könne. Wenn nun der Stell-Mann das Netze aufgebunden, und den Hefftel in der rechten Hand, auch das Garn zum Ablauffen gefasset hat, und den Haken verkehrt auf der lincken Schulter träget, so nimmt ein anderer ihm den Hefftel und etwas vom Netze von dem Haken, schläget ein, oder bindet an, und lässet den Mann mit dem Netze ablauffen, denn wird solches scharf angezogen, hinten nach ausgeschlagen, daß es recht stelle, und dann wieder ein anderes genommen, bis man mit der gantzen Stallung fertig. Diese Rehe-Netze können auch auf der Wolffs-Jagd gebrauchet werden, indem man damit hin und her Winckel oder Haken stellet, daß sie unverhofft gefangen und erschlagen werden; wiewol sie zu der Rehe-Jagd und für die Füchse am besten, und deren ohngefehr achtzehen Stücke bey einem Jagd-Gezeug zu halten sind.