Heuwurm, s. unter Blattwickler. Henzwieback, ein aus sehr kurz geschnittenem Heu und Stroh, sowie gequetschtem Hafer und Roggen, auch wohl gedämpften Kartoffeln bereitetes, mit Leinsamenabkochung übergossenes Gemisch, welches entweder zu einem Teige zusammengelnetet und in Brotform gebacken oder in flache Tafeln gepreßt wird. Die Verwendung des H. bietet den Vorteil, daß man den Pferden in dieser konzentrierten Form leicht und schnell Nahrung zuführen kann, was bei andauernder, angestrengter Arbeit von Wichtigkeit ist, daß sich das den Pferden zu reichende Gesamtfutterquantum in dieser Form leicht zumessen läßt, und daß das Dienstpersonal den Hafer den Pferden nicht durch Verkauf entziehen kann. Heveen, s. unter Kautschuk. Hevelius (Johs.), eigentlich Hewel oder Hewelke, d. h. Hügelchen, ausgezeichneter Astronom, geb. zu Danzig 28. Jan. 1611, studierte in Leiden und machte 1630 —34 eine Reise durch Holland, England, Frankreich und Deutschland. Nach seiner Rückkehr in die Vaterstadt widmete er sich der Mechanik und Zeichenkunst, in der Absicht, sich selbst vollkommenere astron. Instrumente zu verfertigen. Auch legte er in seinem Hause eine eigene Druckerei an, aus der die meisten seiner Werke hervorgingen. Er wurde 1641 zum Schöppen, 1651 zum Ratsherrn gewählt. Behufs seiner Beobachtungen des Himmels baute er sich 1641 in seinem Hause eine Sternwarte, die er Stellaeburgum nannte. Viele seiner Manustripte, seine Bibliothek und Sternwarte gingen bei einer Feuersbrunst 1679 zu Grunde. Er starb 28. Jan. 1687. Unter seinen Werken behauptet noch jetzt einen hohen Wert die „(Selenographia, seu descriptio lunae (Danz. 1647). Eine ähnliche Darstellung des ganzen gestirnten Himmels unternahm er in seinem Prodromus astronomiaes und in dem Firmamentum Sobiescianum, sive Uranographiao, die beide erst nach seinem Tode (Danz. 1690) erschienen. Außerdem sind zu erwähnen: das Werk De natura Sa⸗- turniv (Danz. 1656), die Cometographia (Danz. 1668), welche geschenen und Beobachtungen der von ihm selbst gesehenen Kometen enthält, und die „Machina coelestiso (2 Bde., Danz. 1673 — 79). Er stand mit den Peutehr Gelehrten und vielen deweilt in engerm Verkehr, wie sein Briefwechsel eweist, der von Olhof (Danz. 1683) herausgegeben wurde. Vgl. Westphal, „Leben, Studien und Schriften des Astronomen H.r (Königsb. 1820); Seidemann, FJohannes H.» (Zittau 1864). Heveller, ein slaw. Volksstamm, welcher im 10. Jahrh. an der mittlern Havel seinen Sitz hatte. Heinrich J. schlug sie 928 und zerstörte ihre Burg Brennabor (Brandenburg), vollständig unterworfen wurden die H. aber erst im 12. Jahrh. von Albrecht dem Bären. ö Heves (spr. Häwäsch), Komitat im diesseitigen Theißkreise des Königreichs Ungarn, nördlich an Neogräd und Gömör, östlich an Borsod und Szabolcs, südlich an Jazygien-Großkumanien, westlich an Pest und Neogräd grenzend, hat eine Fläche von 3801,52 Gkm. Das Komitat, das 1876 ein Drittel seines frühern Umfangs an das neugebildete Komitat Jazygien-Großkumanien-Szolnok abgeben mußte, ist fast rdl Teuls m eben, mit Ausnahme des äußersten nördl. Teils, wo sich das 45 Km lange Maätragebirge befindet, das unter anderm vortreffliche Weine liefert, von denen der Egyeder selbst im Auslande gesucht ist. Bewässert wird das Komitat von der Theiß, Zagyva, Erlau, Gyöngyös und Tarna. Der Boden ist ungemein fruchtbar, außer an allen Getreidearten ist H. auch an Mais und Tabak eins der reichsten ungar. Komitate. Der Tabak von Debrö und Verpelet gehört zu den besten ungar. Erzeugnissen. Gewerbe und Handel sind verhältnismäßig blühend und werden durch die großen 39nHler und erlauer Wochen- und Jahrmärkte sehr gefördert. Die (1880) 208 420 C. sind meist magyar. Nationalität und kath. Konfession. Hauptort des Komitats ist Erlau (s. d.).