Hipparchus, der jüngere Sohn des Tyrannen Pisistratus, stand nach des Vaters Tode (527 v. Chr.) seinem Bruder Hippias (s. d.) zur Seite und nahm sich mit besonderm Eifer der künstlerischen und litterarischen Interessen an, welche dieses Fürstengeschlecht pflegte. Unter andern hat H. die Dichter Simonides von Keos und (nach des samischen Fürsten Tensnach Untergang, 521 v. Chr.) Anakreon von Teos nach Athen gezogen. Auch errichtete er in Stadt und Land zahlreiche Hermensäulen und schmückte die Akademie mit schönen Anlagen. Als aber H. durch eine Beleidigung der Schwester des Harmodios die Zurückweisung gerächt hatte, welche er von letzterm erfahren, weil H. ihn zur unkeuschen Liebe hatte verleiten wollen, wurde er von Harmodios und dessen Freund Aristogiton im Juli 514 v. Chr., am Feste der Panathenäen, ermordet.