Hudsonsbai, Binnenmeer in Nordamerika, zwischen Labrador, Neuwales und den Polarländern, 1069578 qkm groß, 1100 km lang, bis 730 km breit, hängt im O. durch die Hudsonstraße mit dem Atlantischen Ocean zusammen und steht durch den Forkanal mit den Polargewässern in Verbindung. Die in der Mitte 180 m tiefe Bai hat mehrere große Buchten, südlich die Jamesbai, im W. die Port-Nelsonbai, die Buttonbai und im NW. die Chesterfieldbai, und ist voll von Sandbänken, Klippen und Inseln, unter welchen letztern Southampton zwischen dem Forxkanal, der 23. Welcome⸗ und Frozenstraße die bedeutendste ist. Zahlreiche Flüsse gehen in die Bai, von denen der Churchill, Nelson, Severn, Albany, Moose, Rupert, Cast-Main und Great-Whale die bedeutendsten sind. Obgleich ganz außerhalb des nördl. Polarkreises gelegen, hat dieses Binnenmeer doch einen nur wenig von dem Arktischen Meere verschiedenen Charakter. Nur etwa sechs Wochen kann es von Segelfahrzeugen, 12 Wochen von Dampfern sicher beschifft werden; die übrige Zeit ist es von Treibeis erfüllt. Port NRelson wird während drei Monate des Sommers durch regelmäßige Dampferfahrten von Liverpool aus besucht. Entdeckt wurde die Hudsonstraße, wo nicht die Bai selbst schon, von Sebast. Cabot 1517; beide aber wurden befahren und benannt 1610 von Henry Hudson (s. d.) Weitere Entdeckungen machten in dieser Gegend 1612 Button und Ingram, 1615 Bylot mit Baffin, der in den Foxkanal und bis zur Insel Southampton gelangte, 1619 der Däne Munk, 1631 Fox und James, später Parry u. a.