Hurdwar, genauer Hardwar (d. i. Thor des Hari), auch Gan adwara (Gangesthor) genannt, eine gutgebaute Stadt in dem Distrikt Mirat der gleichnamigen Division der brit.⸗ind. Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen, liegt unter 29· 57 nördl. Br. und 78 14 östl. L. (von Greenwich) 355,5 m über dem Meere am südl. Fuße der Sewalik-Höhen und am rechten Ufer des Ganges, der hier aus dem Gebirge heraustritt. Die Stadt, als solche unbedeutend, zählt kaum 5000 E., ist aber ein sehr berühmter Wallfahrts⸗ und Meßort. Jährlich kommen daselbst über 2 Mill. Pilger aus allen Teilen Indiens (gleichzeitig oft über 300000) an, um das heilige Bad an der Flußtreppe Harika⸗-Pairi zu nehmen, wobei man namentlich an geweihten, durch Astrologen bestimmten Tagen das Wasser zu erreichen sucht. Um den sonst ebenso un eß wie ungeheuern Unglücksfällen vorzubeugen, ieß die brit. Regierung 1819 eine 30 m breite Treppe von 60 Stufen an dem Flusse anlegen. In H. selbst finden nur die Reichen Unterkunft, die übrigen Pilger kampieren in Zelten oder im Freien. Fast jeder Pilger sucht zugleich Handelsgeschäfte zu machen. Jährlich im April findet eine große Mela oder Messe, alle 11 Jahre eine besonders feierliche, Cumba-Messe genannte, statt, die ein buntes Gewirr von Nationen und Kostümen darbietet. Pferde aus Kabul, Persien, Arabien, Turkestan und Bokhara bilden den Hauptgegenstand des Handels, doch ist überhaupt alles 40 dem Markte zu finden.