Indischer Ocean oder Indisches Meer heißt der zwischen dem Atlantischen und dem Stil— len Ocean gelegene Teil des Weltmeers. Seine Grenzen sind gegen N. die Südküste von Persien, Vorderindien und der westlichste Teil von Hinterindien; gegen W. Arabien, die Ostküste Afrikas von dem Vorgebirge Guardafui bis zu seiner Südspitze sowie der 20. östl. Meridian bis zum südl. Polarkreise; gegen S. der letztere. Seine östl. Grenze stellt sich als durch die Westküste von Hin— terindien, die Insel Sumatra und eine von der Südwestspitze der Insel Java längs der Westküste von Australien gezogene, bis zum südl. Polarkreise verlängerte Linie gebildet dar. Innerhalb dieser Grenzen umfaßt er ein Areal von 74011717 qkm, welches, fast ganz innerhalb der südlichen gemäßigten und heißen Zone der östl. Halbkugel gelegen, sich nur mit seinem nordwestlichsten Teile über den Wendekreis des Krebses, bis gegen 30 nördl. Br., in die nördlich gemäßigte Zone hinein erstreckt. Der südl. Wendekreis teilt den Indischen Ocean in eine nördl. und südl. Hälfte. Hauptteile desselben sind der Meerbusen von Aden, aus dem die Straße Bab-el-Mandeb in das Rote Meer führt, welches durch den Suezkanal mit dem Mittelländischen Meere in Verbindung steht; der durch die Meerenge von Ormuz mit dem Golf von Persien verbundene Golf von Oman; der Golf von Cambay zwischen der Halbinsel Guzerat und der Nordwestkuste von Vorderindien; der sich nordöstlich zu der Palkstraße verengernde Golf von Manaar zwischen der Südspitze von Vorderindien und Ceylon, sowie der Meerbusen von Bengalen zwischen Vorder- und Hinterindien. Der Indische Ocean ist nicht reich an Inseln. Die meisten derselben liegen in der Nähe des ihn begrenzenden Festlandes. Hierzu gehören Madagaskar, die Mascarenhas, Mauritius, Réunion und Rodriguez; weiter nördlich die Gruppe der Amiranten und Sechellen und noch weiter östlich der Chagos-Archipel, nördlich von diesen die Malediven und Lakediven; östlich von der Nordostspitze Afrikas die Insel Socotora; an der Südspitze von Vorderindien Ceylon und westlich von Hinterindien die Gruppen der Andamanen und der Nicobaren; die südwestlich von Java gelegenen Kokos- oder Keelinginseln, sowie noch weiter gegen Süden Amsterdam, St.⸗Paul, Kerguelen und die Crozet⸗ und Macdonaldinseln. Die Hauptflüsse, welche sich in den Indischen Ocean ergießen, sind von Afrika der Zambesi, von Asien die Vereinigung des Euphrat mit dem Tigris, die Nerbadda, die Kistnah, der Godaweri, der Mahanaddy, der Ganges und Brahmaputra, der Irawaddi und der Salveen. Die Schiffahrt zwischen Europa und dem östl. Asien findet um das Vorgebirge der Guten Hoffnung oder, seit der Eröffnung des Suezkanals, durch diesen statt, während die Straße von Malakka zwischen der Malaiischen Halbinsel und der Insel Sumatra, sowie die Sundastraße zwischen Sumatra und Java die Hauptverbindungswege zwischen der nördl. Hälfte des Indischen Oceans und dem westl. Teile des Stillen Oceans darstellen und daher für die Schiffahrt und den Handelsverkehr von größter Wichtigkeit sind. (Hierzu eine Karte: In⸗