Irkutsk, eins der beiden Gouvernements Ostsibiriens, zwischen 50 25 und 62 nördl. Br., N.an im W. an das Gouvernement Jeniseisk, im N. an die Provinz Jakutsk, im O. an letztere, im SO. an das Transbaikalische Gebiet, im S. an das Chinesische Reich und umfaßt westlich und nördlich vom Baikalsee das Gebiet der untern Angara und das der obern Lena bis zur Mündung des Witim. Das Gouvernement besitzt, nachdem 1851 Transbaikalien davon getrennt worden, 800 768,4 akm mit (1880) 387413 E., ist sehr gebirgig, reich an edeln Metallen und Pelztieren und zerfällt in fünf Kreise: J., Balagansk, Wercholensk, Kirensk und Nischne-Udinsk. Die Hauptstadt Irkutsk liegt am rechten Ufer der Angara, gegenüber dem Einfluß des 386 kmelangen Irkut, 66 Em vom Baikalsee und 6110 kmevon Petersburg. Hier wurde 1661 von den Kosaken eine Festung angelegt, die 1686 städtische Rechte erhielt. F ist jetzt die volkreichste und be— deutendste Stadt von ganz Sibirien, Sitz des Generalgouverneurs und der Regierung Ostsibiriens sowie eines Erzbischofs. Sie zählt (1879) 33800 E., darunter viele Beamte, polit. Verbannte, Soldaten und Kaufleute, die einen lebhaften Handel treiben. Der Ort ist gut gebaut, hat breite gepflasterte Straßen, 23 russ., eine kath. und eine prot. Kirche, 9 Hospitäler, ein Gymnasium, ein Seminar, eine höhere technische Schule, zu der 22. Okt. 1882 der Grundstein gelegt wurde, Leder-, Seife⸗ und Lichtfabriken, eine große kaiserl. Tuchfabrik für die sibir. Truppen, ein Theater, eine Bibliothek und Mineralienkabinett. Die Stadt verdankt ihren Wohlstand besonders ihrer günstigen Lage als Mittelpunkt des Handelsverkehrs zwischen China, der Ostküste Asiens und Petersburg und als Hauptstapelplatz für die russ. und chines. Waren, namentlich für die aus Kiachta gebrachten Theevorräte und für Pelzwerk. Ein großer Jahrmarkt findet hier vom 1. Dez. bis 1. Jan. statt. Seitdem (1861) die Einfuhr des Thees über die baltischen Häfen und die westl. Grenzen des Reichs freigegeben ist, hat J. von seiner Handelsthätigkeit verloren. Eine große Feuersbrunst zerstörte 22. bis 24. Juni 1879 fast die ganze Stadt. * 1