Agamemuon, eine der hervorragendsten Gestalten im nationalen Epos der alten Griechen, war der Sohn des Atreus (s. d.), Königs in Mykenä, und der Aérope, und der Bruder des Menelaos (s. d.). Homer erzählt nichts aus seiner Ju-Vatet dafür haben die Tragiker sich viel mit seinem ater und Oheim beschäftigt. A. soll mit Menelaos, vom Vater ausgesandt, den Qheim Thyestes (. d.) auf 450. diesen aus Delphi nach Mykenä ebracht ba en. Dort tötete des Thyestes Sohn gisthos den Atreus, und .915 2. und 3 nun mit seinem Sohne in Mykenä, bis A. und Menelaos, die sich zu Sparta mit den Töchtern des Königs Tyndareos 9 * hatten, ihn vertrieben. A., der Gemahl der Klytämnestra, ward hierauf König von Mykenä, während Menelaos, der Ge⸗ .— der Helena, von seinem Schwiegervater, als er starb, die Herrschaft in Sparta erhielt. A. erweiterte sein väterliches Reich und wurde der mächtigste Herrscher Griechenlands. Seine Gemahlin gebar ihm den Sohn Orestes (s. d.) und drei oder (nach einigen) vier Töchter, darunter HH bei den Tragikern) Iphigenia und Elektra. Als die Gemahlin seines Bruders Menelaos, Helena, von Paris, dem Sohne des Priamos, Königs von Troja, Griechen worden war, warb er mit jenem in ganz Griechenland die Fürsten zum de-Oherreldlichen Kampfe gegen Troja. A. wurde Oberfeldherr der verbündeten Griechen. In Aulis versammelte ac die gemeinschaftliche Flotte, deren Abfahrt nach Troja jedoch lange Zeit verhindert wurde durch Artemis, welche A. erzürnt hatte und die zuletzt nur durch die Opferung der Iphienia (s. d.) versöhnt werden konnte. Im 10. Jahre des Kampfes gegen Troja entbrannte zwischen A. und Achilles (s. d.) der berühmte Streit wegen der schönen Gefangenen Briseis, welcher den Ausgangspunkt der Ilias bildet und dessen Beilegung erst nach dem Tode des Patroklos erfolgte. Wenn auch an Heldenmut dem Achilles nicht gleich, so erscheint doch A. in der Iliade als einer der edelsten und tapfersten Helden und als Tull Trp königlicher Herrscher. Nach dem endlichen Fall Trojas kehrte A., nachdem er mehrmals von widrigen Winden verschlagen worden, mit der Kassandra, einer Tochter des Priamos, die er als Beute erhalten, glücklich in seine Heimat zurück, wurde hier aber nach Homer von Agisthos (s. d.), dem er bei der Abreise seine Gemahlin und seine Kinder anvertraut hatte, und der Klytämnestra verführt hatte, bei einem Mahle, nach den Tragikern von Klytämnestra im Bade ermordet, während Kassandra nach Homer wie nach den Tragikern von Klytämnestra getötet ward. Vom Tantalos (s. d.) an, dem Ahnherrn des Geschlechts, bis 605 A. und deß en Kinder verfolgte diese Familie nach der Auffassung und Darstellung der Tragiker ein feindliches Geschick und stürzte sie ins Verderben. Ihre Schicksale und namentlich der tragische Untergang A.s war ein Lieblingsthema der antiken Tragödie. Das Grab A.s zeigte man in Mykenä (s. d.) und in Amyklä. In Sparta genoß A. göttliche Verehrung. Dasselbe war auch in Chäronea mit seinem Scepter, einem Werke des Hephästos, der Fall. In Kunstwerken findet sich die Gestalt A.s zwar häufig, ist aber nur selten Hauptperson der Komposition.