Agis ist der Name mehrerer Könige von Sparta. Von dem ersten Könige A., dem Sohne des Eurysthenes, führte das eine der beiden Königshäuser zu Sparta seinen Namen, Agiaden. — A. II. (Sohn des Prokliden Archidamos II.) regierte während des größten Teils des Peloponnesischen Kriegs von 426—399 v. Chr. Er machte 425 einen Einfall in Attika und stellte 418 durch den glänzenden Sieg bei Mantinea über Argiver und Mantineer die sehr erschütterte Autorität der Spartaner im Peloponnes wieder her. Von großer Bedeutung für den Ausgang des Peloponnesischen Kriegs war die seit 413 nach Besetzung von Dekelea durch ihn geleitete permanente Blokierung der Stadt Athen. Nach Be400 v. eines spätern Kriegs gegen Elis 401 und 400 v. Chr. starb A. 399 v. Chr. Ihm folgte Pro-Bruder Agesilaos II. — A. III. (Sohn des Prokliden Archidamos III.), seit 338 v. Chr. König, trat, als Alexander d. Gr. nach Persien vorrückte, 333 mit den Persern in Allianz, um in Alexanders Rücken den griech. Aufstand zu entzünden. Die Schlacht bei Issos ließ diesen Plan nicht zur Ausführung kommen. Aus Kreta, wo er sich eine Macht zu schaffen suchte, vertrieb ihn die macedon. . Im Sommer 331 nach Sparta zurückgeehrt, konnte er aus Geldmangel seine Söldner nicht mehr lange zurückhalten. Als daher zu Anfang 330 Alexanders Statthalter in Macedonien der alte Antipater, sich durch eine Empörung in Thraien stark beschäftigt fand, schlug A. mit tollkühner erwegenheit im Peloponnes los und insurgierte wirklich die ganze Halbinsel. Nur die Stadt Megalopolis hielt zu den Macedoniern. Als er aber diese belagerte, eilte noch zu rechter Zeit Antipater mit Übermacht herbei, und in einer mörderischen Schlacht im Juni 330 verlor A. Sieg und Leben. — A. IV. (Proklide und Sohn des Eudamidas II.) wurde König 245 v. Chr. In Sparta war damals die alte Verfassung und mit ihr der kräftige Geist des Volks entschwunden. Die Zahl der Vollbürger war durch die ununterbrochenen Kriege auf 700 zusammengeschmolzen, von denen 100 Familien allen Grundbesitz in ihren Händen zusammengeballt hatten, die in Schwelgerei lebten, während die übri170 in Armut, von Schulden erdrückt, darbten. „obwohl erst 20 J. alt und von seiner Mutter Agesistrata sowie auch von seiner Großmutter Archidamia weichlich erzogen, faßte bei seinem Regierungsantritt den heroischen Entschluß, die alte Verfassung und mit ihr die strengen Sitten der Vorzeit wiederherzustellen. Heimlich aber verdächtigte sein Mitkönig, Leonidas II., ein der heimischen Sitte tief entfremdeter Mann, seine Absichten. Doch gelang es dem A., seinem Freunde Lysander im Herbst 243 das Ephorat zu verschaffen, der nun an die Gerusia einen Gesetzvorschlag brachte, nach welchem die Zahl der Bürger durch Aufnahme der tüchtigsten Fremden und Krieger wieder auf 4500 gebracht und unter diese die Ländereien zu gleichen Teilen durch das Los verteilt werden sollten. A. erklärte sich bereit, alle seine liegenden Gründe und 600 Talente Silbers zur Teilungsmasse herzugeben. Intriguen und Eigennutz der Mehrheit der Geronten hinderten indessen die Ausführung des Plans, bis im Sommer 242 König Leonidas vertrieben war. Auch die reformfeindlichen neuen Ephoren des Herbstes 242 wurden gewaltsam durch andere ersetzt. Nun aber forderte der Ephore Agesilaos, des Königs Oheim, selbst reich an Grundbesitz, aber mit Schulden belastet, den A. auf, zuerst bloß die Schuldforderungen zu vernichten und dann die Teilung der Güter vorzunehmen. A. ging auf diesen Vorschlag ein. Man verbrannte die Schuldscheine, aber die Ausführung der andern Maßregel wurde so lange verzögert, bis A. 241 sich genötigt sah, spartan. Hilfstruppen dem Achäischen Bunde zuzuführen. Als er aber nach Sparta zurückkehrte, hatte Agesilaos alle seine Pläne durchkreuzt und das wankelmütige, in der unmittelbaren Erfüllung seiner Hoffnungen getäuschte Volk den Leonidas zurückgerufen. A. fluchtete sich in einen Tempel, wurde aber aus seinem Schutzorte herausgelockt und dem Gerichte der neu ie ihn f. Ephoren des Herbstes 240 überliefert, die ihn schnell erdrosseln ließen. Auf dieselbe Weise wurden seine Großmutter und Mutter hingerichtet. Die Geschichte von A. ist öfters von dramatischen Dichtern bearbeitet worden, igisthus (grch. Aigisthos) heißt in der griech. Sagenpoesie der Sohn des Thyestes (s. d.), des Bruders des Atreus; nach tragischer Dichtung war er es von dessen eigener Tochter Pelopia und wurde von dieser gleich nach der Geburt eine Hiec aber von Hirten aufgefunden und durch eine Ziege (ald) aufgesäugt, wovon auch der Name kommen soll. Er wurde aber später von Atreus, der sich mit Pelopia vermählt hatte, aufgesucht und als dessen Sohn erzogen. Als er auf Geheiß des Atreus den Thyestes töten wollte, erkannte an seinem Schwerte Thyest den Sohn, aber auch Pelopia darauf in ihrem eigenen Vater den ihres Sohnes. A. erschlug nun seinen Oheim, den Atreus, weil dieser tihm aufgetragen hatte, den Thyestes zu ermorden, tund setzte 0 mit seinem Vater in Besitz des Königreichs von Mykenä, aus welchem sie später durch Agamemnon (s. d.) wieder verdrängt wurden. Während des letztern Abwesenheit vor Troja verführte A. dessen Gattin Klytämnestra und ermordete dann nach Homer den von Troja zurückkehrenden Gatten, während bei den Tragikern dies Klytämnestra thut. Sieben Jahre Lerschen nun A. tüber Mykenä, bis im achten Orestes erschien und den Mörder seines Vaters Agamemnon erschlug.