Agesilaus II. (grch. Agesiläos), berühmter König von Sparta, Sohn des Königs Archidamos II. und der Eupolia, wurde wahrscheinlich 442 v. Chr. geboren und kam 399, nach dem Tode seines Bruders Agis II., besonders durch den Einfluß seines mächtigen Freundes Lysander zur Regierung. Wiewohl körperlich unansehnlich und an einem Fuße lahm, wußte er doch durch ebenso kluge, als feine Politik sehr schnell im Innern seine Stellung zu befestigen. Sparta stand damals im Kampfe mit den Persern und A. erhielt bald Gelegenheit, seine großen Talente als Staatsmann und Feldherr zu entfalten. An der Spitze von etwa 6000 Mann setzte er im Frühjahr 396 nach Kleinasien über, wo er teils die alten griech. Söldner des Kyros unter Xenophon fand, teils neue Truppen bildete und den Krieg mit entschiedenem Glücke führte. A. hatte Vorbereitungen getroffen, 394 tiefer in das innere Kleinasien vorzudringen, als er nach Europa zu: rückgerufen wurde, wo inzwischen nicht ohne Einfluß der Perser fast sämtliche Staaten Nord⸗ und Mittelgriechenlands, Böotien, Korinth und Athen an der Spitze, sich gegen die 4 Hamp 395 ber der Spartaner verbündet und den Kampf 395 bereits begonnen hatten. A. überschritt im Juli 394 den Hellespont, 90 durch Thrazien, Macedonien und Thessalien und lieferte, nachdem er 14. Aug. die böot. Grenze erreicht, kurz darauf den Verbündeten die blutige Schlacht bei Koronea, in der er zwar das Feld behauptete, aber doch keine durchschlagenden Vorteile errang. In den folgenden Jahren beschäftigten ihn Madtagf in dem Gebiete von Korinth, sowie in Akarnanien, welche Landschaft er der spartan. Herrschaft unterwarf. Nachdem Sparta 387 mit Persien den berüchtigten Frieden des Antalkidas J. d.) geschlossen, beutete A. die auf Griechenland bezüglichen Bestimmungen dieses Vertrags und die neue Gunst der Umstände teils auf dem Wege perfider Diplomatie, teils mit offener Gewalt aufs rücksichtsloseste aus und brachte es dahin, daß Sparta bis zu Ende 379 wieder mächtig über W0b Griechenland herrschte. Aber bald sollte ein Vendepunkt eintreten. Die seit 383 tief gedemütigten Thebaner Aihn im Dez. 379 siegreich zu den Waffen, und A. strengte sich in zwei 4— (378—-377) in Böotien vergeblich an, diese Gegner zu vernichten. Auf dem allgemeinen seit Thebens gresse im Juni 371 zu Sparta, der den seit Thebens Erhebung neu aufgeloderten allgemeinen Krieg beendigen sollte, brachte er es dahin, daß Theben, das nur als Repräsentant von ganz Bpotien unterzeichnen wollte, vom Frieden ausgeschlossen ward. Der Kampf Spartas gegen Theben entbrannte so aufs neue und führte zunächst zum entscheidenden Siege des Epaminondas über die Spartaner (unter Kleombrotos) im Juli 371 bei Leuktra. Jetzt erfolgte der Abfall Arkadiens von Sparta und Ende 370 der Einfall eines gewaltigen böotischen, durch die Kontingente Mittelgriechenlands (außer Athen), der Arkadier, Eleer und Argiver verstärkten Heeres unter Epaminondas und Pelopidas in Lakonien. A. machte als Feldherr die größten Anstrengungen, rettete auch wenigstens die Stadt Sparta, konnte aber die Verheerung Lakoniens und die Wiederherden E Messeniens als Staat nicht hindern. In en Kämpfen der folgenden Jahre war er lacht mehr thätig; wohl aber hat er kurz vor der Schlacht bei Mantinea (362) nochmals Sparta vor dem diesmal bis in die Stadt selbst eindringenden Epaminondas zu retten vermocht. Obschon Sparta von seiner Macht on Man herabgesunken war, trat A. dem Frieden von Mantinea nicht bei, um nicht Messeniens Unabhängigkeit anerkennen zu müssen. Um neue Hilfsmittel für Sparta zu finden, nahm er hingegen die Einladung an, den Insurgentenkönig Tachos in Agypten gegen die Perser zu unterstützen. Er ging 360—359 an der Spitze eines Aanpt⸗ das er für ägypt. Geld geworben, nach gypten, entzweite sich aber nachher mit Tachos und trat nun auf die Seite des Nektanebos II., der sich gegen Tachos empört hatte. Nachdem er letztern auf den Thron erhoben, schiffte sich A., reich belohnt, nach dem Vaterlande ein, sah sich aber infolge eines Sturms genötigt, im Hafen Menelaos an der afrik. Küste westlich von Agypten einzulaufen, wo er plötzlich zu Ende 358 v. Chr. im Alter von 84 J. starb. Trotz des geringen Außern sprach sich im ganzen Wesen A.) eine sehr bedeutende fürstliche und soldatische Persönlichkeit aus. Von seinen Kriegern wurde er fast angebetet. In seinen Sitten war er tadellos, auch gerecht, insoweit sich dies mit seiner Politik vereinigen ließ. Doch stand er als Staatsmann wie als Feldherr erheblich hinter seinem Zeitgenossen Epaminondas zurück. Aus dem Altertume haben wir eine nach den meisten neuern Forschern dem Xenophon mit Unrecht Relden vy Lobschrift auf A. und Biographien desselben von Plutarch und Cornelius Nepos. Vgl. Hertzberg,Das Leben des Königs A. II. von Sparta » (Halle 1856); Buttmann, «A., Sohn des Archidamos » (Halle 1872); Haupt, «A. in Asienv (Landsb. 1874). ben des (grch. Aigeus) war in der attischen Sage „Enkel des Kekrops und Sohn des Pandion und der Pylia, der Tochter des Königs Pylas in Megara, wohin sich Pandion, von den Metioniden aus Athen vertrieben, Irse . hatte. Nach dem Tode seines Vaters eroberte A. mit Hilfe seiner Brüder Athen wieder und erhielt die Oberherrschaft daselbst. Seine dritte Gattin Athra, die Tochter des Pittheus, Königs von Trözene, gebar ihm den Theseus, welchen er heimlich bei dem Pittheus erziehen ließ, um die Söhne seines Bruders Pallas, die Pallantiden, die nach der Herrschaft strebten, mit der Hoffnung zu täuschen, daß ihnen dieselbe durch Erbschaft zufallen würde. Als Theseus in Athen erschien, machten dieselben einen Versuch, ihn aus dem Wege zu räumen, der aber zu ihrem eigenen Verderben ausschlug. (S. Theseus.) Doch sollte sich A. im ungestörten Besitze des Throns nicht lange mehr seines Sohnes erfreuen. Um nämlich Athen von dem Tribut, den es jährlich an Kreta zu liefern hatte und der aus sieben Jünglingen und sieben Mädchen bestand, zu befreien, ging Theseus mit und tötete den Minotauros (s. d.), dem jener Tribut gebracht wurde. Bei der Abfahrt hatte er dem Vater versprochen, im Fall das Unternehmen gelänge, bei seiner Rückkehr ein weißes Segel statt des schwarzen, welches das Schiff führte, aufzuziehen. Da nun Theseus dies vergaß, stürzte sich der Vater, in der Meinung, sein Sohn sei umgekommen, beim Anblick des schwarzen Segels ins Meer, welches hiervon aneblich den Namen des AÄgäischen erhalten haben 0l. A. ist ursprünglich Poseidon selbst, und so läßt die Sage dann den Heros ins Meer sich stürzen, wo er als Gott sein Reich hat.