Aizäni oder Azanion, griech. Stadt im nordwestlichsten Teile der kleinasiat. Landschaft Phrygien (Phrygia Epictetus), welcher danach Azanitis genannt wurde, an einem der Quellflüsse des Rhyndakos. Stattliche Ruinen derselben sind erhalten bei dem kleinen Dorfe Tschavdir-Hissär in einer einförmigen, baumlosen, ringsum von Hügeln begrenzten Ebene, die einst ein Seebecken gewesen zu sein scheint: darunter die Überreste eines schönen ion. Tempels des Zeus und die Cavea eines Theaters, deren Inneres mit Bruchstücken von kannelierten Säulen, Karniesen, Architraven und schönen Basreliefs — ist. Der Hügel über dem Theater ist mit zahlreichen Bruchstücken eröffneter Sarkophage bedeckt, der türk. Begräbnisplatz mit alten Fragmenten angefüllt, die u Auch tragen und meist als Leichensteine dienen. Auch wurden hier Münzen aus der röm. und byzant. Kaiserja, s. Ajo. (zeit gefunden. Ajaccio, seit 1811 Hauptstadt des franz. Depart. Corsica, mit (1876) 16 419 (Gemeinde 17050) E., liegt an der Westküste der Insel und an der Nordseite des herrlichen, von Bergen umschlossenen Golfo di A. Die Stadt, Festung zweiten Ranges, wird von einer Citadelle verteidigt, ist Sitz eines Bischofs, eines Appellhofs und eines Handelsgerichts, besitzt regelmäßig gebaute Straßen und schöne Plätze. Auf dem Marktplatz steht die Marmorstatue Bonapartes als Ersten Konsuls (von Laboureur) auf einer Fontäne (von Maglioli). In der schönen 1585 vollendeten Domkirche mit reichem Marmoraltar und marmornem Taufbecken wurde Napoleon Bonaparte getauft. Außerdem besitzt A. noch ansehnliche Re ane Kafernen ein Theater, eine Polytechnische Schule, Kasernen und das College Fesch mit einer Sammlung von Gemälden und Gipsabgüssen, einer Bibliothek, einer Naturaliensammlung und einem Erzstandbild des Kardinals Fesch. Daneben ist die Kapelle Fesch mit den Grabmälern der Mutter Napoleons I. und des Kardinals Fesch. Als Geburtsort Napoleons I. wird A. viel von Fremden besucht; sein Geburtshaus auf dem Lätitiaplatze ist mit einer Marmortafel bezeichnet und enthält noch Möbel aus jener Zeit. Auch sonst ist A. reich an Erinnerungen an Napoleon I.; auf der Place Diamant steht das (1865 enthüllte) Monument der Familie Bonaparte, der Kaiser zu Pferde, umgeben von seinen vier Brüdern. Auch an die Familie ozzo di Borgo erinnern manche Gebäude und tiftungen, z. B. die griech. Kapelle. Außerdem besitzt A. noch eine Bronzestatue des Generals Charles Abbatucci, ebenfalls von Laboureur. Die Lage der Stadt an einer lieblichen, nach Süden geöffneten Bucht, umgeben von mäßig hohen, bie Winde abhaltenden Bergen, die Wärme der stets reinen Atmosphäre, welche nachmittags durch die Seebrise gemäßigt ist und auch nach Sonnenuntergang nicht in schroffe Kälte übergeht, die Seltenheit von Schnee, Eis und Nebel, die durch den Granitboden bedingte Abwesenheit von Staub, Mosquitos und Fiebern, die bequemen Spaziergänge, die landschaftlichen Reize der leicht zu erreichenden Umgebungen empfehlen A. zum Winteraufenthalt für Brustleidende, Skrofulöse und Rekonvalescenten. Die schönsten Monate sind Dezember, Januar und schr zuv Die Einwohner sind gegen die Fremden ehr zuvorkommend. An guten Wohnungen in der Stadt und den benachbarten Landhäusern ist kein Mangel. Auch finden sich deutsche, schweiz. und franz. Pensionen. Die Gegend bietet . Wild-Weine, feines Obst und Gemüse. Fische und Wild, reichlich und mannigfaltig, sind von bester Qualität. Die Bevölkerung von A. beschäftigt sich mit Schiffbau Sardellenfang und Kora ensischerei und treibt lebhaften Handel mit den Produkten des Landes, namentlich Wein und Ol, auch Leder, Holz, Wachs u. s. w. Der Hafen ist geräumig und sicher, durch einen langen Molo aus Granitquadern geschützt und bietet vortrefflichen Ankergrund. 1 Em östlich liegen die Ruinen von Castelvecchio, wo ehemals die Stadt Urcinium lag; das heutige A. wurde 1492 von den Genuesen gegründet. A. ist mit Nizza und Marseille durch Dampferlinien verbunden, ebenso mit Bastia, wohin auch mitten durch die Insel eine Fahrstraße über den 1140 m hohen Col di Vizzavand führt. Vgl. Campbell, „(Notes on the island of Corsica (Lond. 1867); Biermann, «Die Insel Corsica, mit Berücksichtigung von A. als klimatischer Kurorto (Hamb. 1868); Ribton, «Corsica in 18685 (Lond. 1869); Gregorovius, Corsicav (2 Bde., 3. Aufl., Stuttg. 1878). Ajan, russ. Hafenort im sibir. Küstengebiet, 370 km im Südwesten von Ochotsk gelegen, wurde 1850 angelegt, weil der Hafen von Ochotsk wenig Sicherheit bietet, hat aber, seit der Abtretung Alaskas an Nordamerika, viel von seiner Bedeutung verloren. Den Hafen von A. bildet eine enge flache Bucht, welche durch vorspringende Felsen in drei kleine Bassins geteilt wird, einem Gebirgssee ähnlich ist und durch einige Erdbatterien gedeckt wird. A. selbst ist ein kleiner, ungesunder Ort von nur einigen Häusern, in denen der Kommandant mit den Garnisonss oldaten lebt. Seine ugen lowie mittel erhält A. meist durch Walfischfänger sowie durch die in der Nähe des Orts lebenden Jakuten. Ajän, Adjan oder Adschan nannte man früher die Ostküste Afrikas vom Kap Guardafui bis zum Aquator hin; sie ist ein Teil des Landes der Somali (s. d.) und hieß im Altertum Azania. Ajäss oder Ayäss, uöst im türk. Sandschak und Vilajet Adana, südöstlich von Adana, 15 km nordöstlich von der Mündung des Dschihan, am Golf von Alexandrette oder Iskanderun, mit 2—-3000 E. A., das alte Agä in Cilicien, berühmt durch seinen Askulaptempel und durch die Wunderkuren des Apollonius von Tyana sowie durch den Märtyrertod des Cosmas und des Damianus, war noch den Kreuzfahrern unter dem antiken Namen bekannt und lange Zeit ein bedeutender Handelsplatz, von den fränk. Seefahrern auch Ajazzo, Ajasso, Jasso, LAjas, Lajassa und Giazza genannt. — Ajasch, ein Flecken im kleinasiat. Sandschak Angora, 37 km nordwestl. von Angora, mit (ub. Quellen, Kupfer⸗ und Silbergruben. Aijax (grch. 41946) hießen zwei der griech. Heerführer vor Troja. Der eine A., auch der Lokrer oder Kleinere genannt, war der Sohn des Oileus, Königs der Lokrer. An der Spitze von 40 lokrischen Schiffen zog er mit vor Troja, wo er als einer der tapfersten Helden erschien, dem zumal an Schnelligkeit, mit Ausnahme des Achilles, keiner gleichkam. Als nach der Eroberung Trojas Kassandra sich in den Tempel der Pallas flüchtete, ward sie von ihm mit Gewalt herausgerissen und fortgeschleppt. Eine andere Wendung der Sage, die sich aber erst bei alexandrinischen Dichtern findet, läßt ihn sogar die Prophetin im Tempel der Göttin schänden; dafür traf ihn die Rache der Göttin, welche ihn in den Fluten des Meers umkommen ließ. Nach der Odyssee, welche die übelthat des A. gegen Kassandra nicht erwähnt, sondern nur im allgemeinen seines Übermuts und des Zorns der Athene gedenkt, würde er von Poseidon gerettet worden sein, hätte er nicht durch Derart Frevelmut auch diesen gereizt. Sophokles behandelte des A. Schicksal in einer Tragödie, die aber verloren gegangen ist. — Der andere A., der Große genannt, Sohn des Telamon, Königs von Salamis, von mütterlicher Seite ein Enkel des Aacus, zog mit 12 Schiffen gegen Troja und wird von Homer als der tapferste und schönste der Griechen nach Achilles gepriesen. Als nach Achilles' Tode die Waffen desselben nicht ihm, sondern dem Odysseus Wut sein en wurden, bemächtigte sich Zorn und Wut seiner Seele, und in Verzweiflung Heldor er sich in sein Schwert. Dieses Ende des Helden bildet den Gegenstand nicht auf uns gekommener Tragödien von Äschylus und andern und einer uns 8 elen von Sophokles. Auch wurden seine sowie des kleinen A. Thaten und Schicksale 3. Adf. der bildenden Kunst dargestellt. Aimeer, s. Adschmir. Aio in ital., Ayo in span. Form, ein Wort, das sich in Spanien gebildet, von dort aus nach Italien verbreitet hat und im allgemeinen den Beriff Erzieher bedeutet. Die entsprechenden weibichen Formen sind Aja und Aya. In Spanien wird das Wort n Der Kurez von den Hofmeistern und Gouvernanten der Infanten und Infantinnen gebraucht, und in dieser Weise findet es auch am österr. Hofe Anwendung. * Jour (frz., wörtlich: zu Tage, durchsichtig), ein Ausdruck, den man von einer Sache 9 hraunch, die klar und vollständig vorliegt, wie z. B. bei Rechnungsbüchern u. s. w. Eine Fassung à jour nennt man bei Edelsteinen, insbesondere beim Diamant, die Art der Fassung, welche den Stein oben und unten frei läßt. Sie wird nur bei denjenigen Steinen vorgenommen, welche ihrem Körper nach einen solchen Schliff gestatten, daß sie bei fast völliger Bloßstellung für das Auge noch den gehörigen Effekt machen. Der Brillantschliff, der immer Diamanten von vielem Körper erfordert, weil er dem Steine im Grunde die Gestalt zweier mit der Grundfläche zusammenstoßender Pyramiden mit abgestutzten Spitzen gibt, eignet sich daher vorzugsweise für jene Fassung, weil sie von dem Feuer und Zonemt 121 dieses Schliffs am wenigsten verdeckt. ommt es beim Gebrauch des Geschmeides nicht so sehr auf Festigkeit an, so ist diejenige Art der à jour-Fassung am günstigsten, wo der Stein, len: freischwebend, nur durch einzelne Krallen gehalten wird, was man in Krappeln gefaßt nennt. Aiowan, Pflanze, s. unter Kümmel. Ajub Chan, s. Ejub Chan. Ajudhia oder 40f frühere Hauptstadt von Siam,‚ s. Bangkok. Aluga L., Pflanze, s. Günsel.