Aleman (Mateo), span. Romanschriftsteller, geb. um die Mitte des 16. Jahrh. zu Sevilla, gest. in Mexico 1610, war um 1568 Finanzbeamter und wurde infolge einer Defraudationsanklage in einen Prozeß verwickelt, der ihm längere Gefangenschaft und Amtsentsetzung brachte. Außer einer poetischen Lebensbeschreibung des heil. Antonius von Padua (Sevilla 1604) und einer während einer Reise nach Mexico geschriebenen &Ortografta Castellanas (Mexico 1606) verfaßte er den satirischen Roman 4Guzman de Alfaracheo. Dieses Werk, anfänglich «Atalaya de la vida humana (d. i. Leuchte des menschlichen Lebens) betitelt, fand eine solche Aufnahme, daß der erste Teil sogleich (1599) drei Auflagen (Madrid, Saragossa und Barcelona) erlebte, in den folgenden sechs Jahren in und außerhalb Spaniens noch 26mal gedruckt, in 50000 Exemplaren verbreitet und in das Französische und Italienische übersetzt wurde. Der zweite Teil erschien zu Valencia 1605. Der Roman fand alsbald Nachahmung, z. B. in dem Libro de entretenimiento de la picara Justinao (Medina 1605) des pseudonymen Ubeda (d. i. eines Dominikaners Andreas Perez aus Leon). Die sowohl in Bezug auf Sittenschilderung wie stilistisch unstreitig meisterhafte Schöpfung A.s ist nächst dem Lazarillo de Tormeso des Mendoza (s. d.) der berühmteste span. Schelmenroman, nur haben die moralisierenden Ergüsse in dem Roman Ats oft eine unverhältnismäßige Länge, sodaß Lesage in seiner franz. n. des „(Guzmano (2 Bde., Par. 1772, 1785) dieselben weggelassen hat. Aus letzterer ist Gleichs deutsche übersetzung (4 Bde., Magdeb. 1828) hervorgegangen. Die älteste deutsche Übersetzung des span. Originals lieferte Agidius Albertinus: «Der Landstörzer Gusman von Alfarache⸗ (2 Tle., Münch. 1615, wozu von Freudenhold 1632 ein dritter Teil veröffentlicht wurde); eine neuere erschien 1782 zu Leipzig in zwei Teilen. Die beste Ausgabe der echten Teile (sowie des unechten zweiten) findet sich im dritten Bande der Biblioteca de autores espaholeso (Madr. 1846).