Alarcön y Mendoza (Juan Ruiz de), einer der bedeutendsten span. Dramatiker aus der alten Familie der Ruizes de Alarcon, von der sich ein Zweig in Amerika niedergelassen hatte. Er wurde im Beginn des letzten Viertels des 16. Jahrh. in der mexic. Stadt Tasco geboren, machte seine Studien in dem adeligen Kollegium zu Mexico und muß einige Zeit vor 1622 nach Spanien übergesiedelt sein, da von dort und von 1622 die Drucklicenz einiger seiner «Comedias datiert. In einer ersten Sammlung solcher (Madr. 1628) bezeichnet er sich als Inhaber des angesehenen Amtes eines Relator del real consejo de las Indias. Einige seiner Stücke sind vor dem J. 1600 geschrieben, die jüngsten wurden 1634 veröffentlicht. Er starb 4. Aug. 1639. Der günstige Erfolg seiner Dramen sowie sein Stolz erregten den Neid und die Eifersucht seiner Zeitgenossen und machten ihn zum Gegenstand beißender Epigramme. Da seine besten Stücke frühzeitig andern Dichtern zugeschrieben wurden, so wurde er lange Zeit von den Litterarhistorikern kaum erwähnt. Außer vielen einzeln oder vereinzelt in Sammlungen gedruckten Stücken veröffentlichte er selbst 8 derselben im ersten Teile seiner Comediaso, 12 in einem zweiten (Barcel. 1634), 25 —9 werden ihm mit Sicherheit beigelegt, 3 verfaßte er mit andern Dichtern. Eine Gesamtausgabe in Einem Bande besorgte Hartzenbusch (Madr. 1852; neue Ausg., Madr. 1866), eine Auswahl von neun Stücken gab Nuñez de Arena (3 Bde., Madr. 1867) heraus. Besonders ragt A. im heroischen Drama Fatet zu welchem seine vortrefflichsten Stücke El tejedor de Segoviao (wozu später ein Anonymus von geringem Talent einen ersten Teil hinzudichtete, der lange mit Unrecht A. zugeschrieben wurde) und „Ganar amigos v oder (La que mucho vale mucho chesta gehören. A.s Meisterschaft in der Charakteristik bezeugen seine comedias de costumbres oder Charakterlustspiele, für deren eigentlichen Schöpfer er gelten kann. Zu ihnen zählt sein von Corneille im Menteuro nachgeahmtes Stück «La verdad sospechosay, sowie Las paredes oyeno, welche noch jetzt auf span. Theatern aufgeführt werden, ferner „Don Domingo de Don Blas v oder No hais mal que por bien no vengah. Den lübergang zu den eigentlichen Intriguenstücken bilden: Antes que de cases mira lo que haceso und (Examen de maridos v. Außer diesen gehört zu dem Gelungensten dieser Gattung Todo es ventura v. Von A.s drei Zauberkomödien gilt „La prueba de las promesaso für eine seiner besten Arbeiten. Autos (s. d.) hat A., wie es scheint, nicht geschrieben, obschon zwei seiner Stücke, XEI Anticristo v und „(Quien mal ande en mal acabao, eine mystischascetische Tendenz verraten. Wurden auch seine Stücke bald von der Bühne verdrängt und verdunkelt, so bleibt er doch nebst Tirso de Molina der ausgezeichnetste unter den Nachfolgern des Lope de Vega. Seine theatralisch wirksamen Dramen haben eine sittliche Tendenz, er zeichnet Gestalten von gewaltiger und hinreißender Leidenschaft, ist vortrefflich in psychol. Charakteristik wenigstens der Hau n Pason von reichem Humor in seinen ko-Rachn ersonen und nur weniger deine in der Zeichnung weiblicher Charaktere. Seine Sprache ist von fließender Glätte und frei von dem vieler seiner Zeitgenossen. Vgl. über A. die Preisschrift von Guerray Orbe (Madr. 1872).