Allerheiligen-Bai (Bahia de todos os Santos) heißt die an der Ostküste Südamerikas unter dem 13. südl. Br. und 21.“ westl. L. (von Ferro) gelegene Bai. Die östl. Einfahrt, welche westlich von der 78 Km langen Insel Itaparica begrenzt wird, ist ungefähr 20 km breit; nordwärts von derselben dehnt sich die Bai 140 km weit aus und mißt in ihrem breitesten Teile 110 Km. Im Innern dieses Beckens liegen kleinere Inseln, und mehrere Flüsse mit breiten Mündungen ergießen sich hinein, wie der Jaguaripe, neben dessen Mündung und westlich von der Insel Itaparica ein zweiter, aber schmaler und gewundener westl. Eingang sich hinzieht. Der wie ein geschlossener Landsee fast stets ruhige und durch den Küstenverkehr außerordentlich belebte Hafen ist einer der schönsten Südamerikas. Amerigo Vespucci soll diese Bai bereits 1501 entdeckt haben; ihren Namen erhielt sie durch Christoväo Jacques, welcher dieselbe 1503 am Tage Allerheiligen (1. Nov.) auffand. Die Portugiesen gründeten an der Bai 1549 die Stadt Bahia (s. d.).