FeedAllstedt
ErdkundeBrockhaus 1882

Allstedt, Stadt im Großherzogtum Sachsen-Weimar, bildet mit seinem Amtsbezirke ein Exklavegebiet innerhalb des preuß. Regierungsbezirks Zii. n. das den östl. Teil der Goldenen Aue begreift. A., ein uralter Ort, liegt an der Rohne, ist Sitz eines Amtsgerichts, hat ein altes, hoch über der Stadt gelegenes Schloß, eine bedeutende Zuckerfabrik und zählt (1880) 3314 E. Angeblich wurde A., dessen Name schon im 8. Jahrh. vorkommt, von König Heinrich I. mit seiner Gemahlin Hatheburch erheiratet. Unter den Ottonen, von denen Otto II. hier 974 einen Reichstag hielt, war es Reichsdomäne und kaiserl. Pfalz. Mit letzterer kam es nacheinander an die Familie von Goseck, die Grafen Sommerscheburg, die Markgrafen von Brandenburg und Grafen von Mansfeld und Anhalt, 1350 (oder 1363) an das askanische Haus Sachsen. Endlich fiel A. an die Kurfürsten von Sachsen, ward später zur Ernestinischen Portion geschlagen und bises dann halb zu Weimar, halb zu Altenburg, is es 1672 ganz an Weimar fiel.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 441Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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