FeedAnceps (lat.)
AllerleiBrockhaus 1882

Anceps (lat.), d. i. mittelzeitig, ist die Bezeichnung für die Quantität einer Silbe, die je nach dem Bedürfnis des Verses bald lang, bald kurz gemessen werden kann, z. B. im Lateinischen in dem Falle, wenn af einen kurzen Vokal eine Muta mit einer Liquida folgt, wie in dem Vers: ét primé similis volücri, mox véra volücris. Außerdem nennt man anceps auch die Versstelle, an der nach Belieben eine lange oder kurze Silbe stehen kann, z. B. am Schluß des Hexameters. Die Bezeichnung der mittelzeitigen Silbe oder Versstelle ist A.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 614Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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