Anaximenes, der Philosoph, aus Milet, welcher um 556 v. Chr. wirkte, gehört zu den ion. Naturphilosophen und betrachtete die Luft als den unendlichen, Durch V stets sich bewegenden Urstoff aller Dinge. Durch Verdichtung und Verdünnung Auidter nach seiner Ansicht, aus Luft alle Dinge. Auch die Seele ist nur Luft und Hauch. Er behauptete, der äußere Umkreis des Himmels bestehe aus Erde und Krystall; die Sterne seien Erdkörper, mit Feuermaterie umgossen; die Sonne, deren Lauf allein die Jahreszeiten bestimme, sei flach wie eine Scheibe, so auch die in der Luft schwebende Erde um welche sich alles bewegt. Erhalten ist nur no ein kleines Bruchstück seiner größern Schrift Über die Naturv. Diogenes von Apollonia (s. d.) führte seine Lehre weiter aus, indem er das intellektuelle Prinzip mit ihr verband. Vgl. Grothius, De Anaximenis vita atque physiologiad (Jena 1689). Aubetung ist in der ene Sprache soviel wie göttliche Verehrung, welche in unmittelbarer Anrede an die Gottheit zum Ausdrucke kommt. Die hebr. Religion hat die A. auf den einigen Gott Jsraels beschränkt. Im Christentum kam mit der Lehre von der Gottheit Christi allmählich auch die A. Christi, und nach Ausbildung der kirchlichen Dreieinigkeitslehre auch des Heiligen Geistes auf. Seitdem die Kirche jedoch angefangen hatte, auch der Maria und den Heiligen samt ihren Bildern und Reliquien religiöse Verehrung zu weihen und 1 Fürbitte bei Gott anzurufen, wurde der christl. rundgedanke, daß nur Gott angebetet werden dürfe, vielfach wieder verdunkelt, und im Volksglauben erschienen Maria, die Engel und Heiligen, ja sogar die Heiligenbilder, als Untergötter, denen man, je näher man sich ihnen fühlte, um so lieber göttliche A. widmete. Nach der strengen Lehre der röm und griech. Kirche, wie dieselbe auf dem zweiten Nicänischen Konzil 787 festgestellt ist, gebührt allerdings die A. (grch. Xroetα, lat. adoratio) nur (dem dreieinigen) Gott, während die Engel und Heiligen (und ihre Bilder und Reliquien) nur die Anrufung und kniefällige Verehrung (invocatio und veneratio), die Menschheit Christi und die Maria nur einen höhern Grad dieser Verehrung in Anspruch nehmen dürfen. Aber in das Volk hat diese subtile Unterscheidung keinen Eingang gefunden, und der röm. Katechismus hat dem Mißbrauche Vorschub geleistet, indem er den Ausdruck Adoration 3.— ausschließlich auf Gott beschränkt wissen wollte. Der Protestantismus hat die Anrufung der Maria, der Heiligen und der Engel ebenso wie ihre göttliche Verehrung verworfen. Vorzugsweise Adoration (Anbetung) heißt in der kath. Kirche die A. des 4Hochwürdigsten » (s. Meff e)„ d. . der konsekrierten Abendmahlselemente, sowie die Enthüllung und Verehrung des Kreuzes am Karfreitage. ucelot (Jacques Arsene Polycarpe Francois), franz. Dichter, geh. 9. Febr. 1794 zu Havre, begründete seinen Ruf 1819 durch die Tragödie ILouis IX, die ihrem Verfasser ein Jahrgeld vom Könige verschaffte. Auch seine nachfolgenden Trauerspiele: Le maire du palaiso (1823), Fiesquev (1824), KOIgan (1828) und „Elisabeth d'Angleterrevv (1829) iagund sich günstiger Aufnahme. Einige dieser Stücke sind ganz nach den Regeln der klassischen Schule gearbeitet, andere nähern sich der romantischen Richtung. Nach der Julirevolution, infolge deren er nicht nur seine Pension von der Civilliste, sondern auch seine Stelle als Bibliothekar am Arsenal verlor, wandte er sich dem Gebiete des Vaudeville zu, auf dem er sich gleichfalls einen Namen machte. Noch sind von he zu nennen Marie de Brabanto (1825), eine epi 60 Dichtung in sechs Gesängen, mit dramatisierten Episoden untermischt, und die in Form pikanter Satiren geschriebenen „Epitres familièreso (1843). Seine«Oeuvres complétes v erschienen 1837. Die Akademie hatte ihn 1841 zum Mitglied Nargu A. starb zu Paris 8. Sept. 1854. — Marguerite Louise Virginie A., Mr Chardon, die Gattin des vorigen, wurde 15. März 1792 zu Dijon geboren und beann ihre schriftstellerische Laufbahn 1835 mit dem Lusthpiele: Le mariage raisonnableo, dem andere in Prosa folgten: Marie ou trois époqueso (1836), das Hauptwerk der Verfasserin, Le chateau de ma (1841), L'hötel de Rambouilleto (1842), Madame Rolando (1843), Un jour de liberté (1845), Une année à Pariso (1847) u. s. w. Ihr «Théatre completo (4 Bde., 1848) enthält 20 Stücke. Von ihren Romanen gefielen am meisten „Renée de Varvilles und „La nièce du banquiero (beide 1853). Später erschienen noch unter anderm: Une famille parisienne au 19 siècles (1856), „Une route sans issues (1857), La fille dꝰune joueuse (1859), «Antonia Vernon ou les jeunes filles pauvreso (1863), Un salon de Pariso (1865). Sie starb 21. März 1875 zu Paris.