FeedAnöna Adans.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Anöna Adans., Baumgattung aus der nach ihr benannten, mit den Ranunculaceen verwandten Familie der Anonaceen. Ihre zahlreichen Arten wachsen in den Tropengegenden, die meisten in Westindien und Südamerika, und mehrere werden in jenen Ländern als Fruchtbäume kultiviert. Diese Bäume, welche sich alle durch große, schöne, einfache und ganze Blätter auszeichnen, besitzen nämlich in ihren ziemlich großen, einzelnstehenden Blüten, deren Hülle aus drei am Grunde verwachsenen, konkaven, fast herzförmigen Kelchblättern und sechs verdickten, ungleich großen Blumenblättern besteht, eine große Anzahl unter sich verwachsener, einsamiger Fruchtknoten oder Carpellen, woraus sich eine große, äußerlich beschuppte oder facettierte Frucht von innerlich sehr saftiger Beschaffenheit und zum Teil höchst delikatem Geschmack entwickelt. Am berühmtesten ist die Frucht der peruan. Anone, A. Cherimolia Mill., welche Chirimoya genannt wird. Diese Art wird auch in Südspanien, namentlich um Malaga, angebaut, wo sie im Freien aushält und vorzügliche Früchte liefert. Die größten, 2—3 Pfd. schweren, kürbisähnlich geformten Früchte bringt A. muricata L., ebenfalls in Amerika heimisch, hervor; dieselben sind wegen ihres saftigen, angenehm süßsäuerlichen und wohlriechenden Geschmacks in allen Tropenländern ein sehr beliebtes Obst geworden, werden aber auch als kühlendes Mittel bei Fieberkrankheiten und zur Bereitung eines weinartigen Getränks verwendet. In Deutschland können die Anona-Arten, welche man Flaschenbäume nennt, nur in Warmhäusern gezogen werden und bringen auch da keine genießbaren Früchte hervor. Sie verlangen milden, aus guter und Heideerde gemischten Boden und reichliche Bewässerung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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