Abschnitt, m., 1. (Geometr.) frz. segment, m. (bei Münzen, Medaillons etc. exergue, m.) Hengl. segment, lat. segmentum, wird der Theil einer Linie, einer Figur oder eines Körpers genannt, der im ersten Fall durch zwei Punkte, im zweiten Fall durch eine gerade Linie od. Sehne und ein Stück der Peripherie (Perimeter der Figur), im dritten Fall aber durch eine Ebene und ein Stück der Körperoberfläche abgegrenzt wird. Die Größe eines Abschnittes zu finden, ist häufig ziemlich schwierig und nur bei den Linien, Figuren und Körpern möglich, von denen man das Gesetz ihrer Entstehung und Bildung genau kennt. Soll die Größe einer krummen Linie in einem bestimmten linearen Längenmäß angegeben werden, so ist dies die Aufgabe der Rektifikation (s. d.). Die Angabe der Größe einer Fläche in einem bestimmten Quadratmäß wird durch die Quadratur (s. d.) und die Angabe der Größe eines Körpers in einem bestimmten Kubikmäß durch die Kubatur (s. d.) gefunden. Alle drei Pobleme aber verlangen häufig die Beihülfe der Integralrechnung (s. d.). Weiteres s. bes. in d. Art. Kreis und Kugel. Scα. Ueber den Abschnitt bei Münzen s. M. M. a. W. — 2. (Math.) s. v. w. Abseisse; s. unt. Koordinaten. — 3. frz. bordure, f., engl. border, Reihe Ziegel zu Ende eines Daches; s. d. Art. Ortschicht. — 4. (Kriegsbauk.) auch Abschnittsbefestigung, frz. Coupure, f., retraite, f., retranchement, m., englcut, retreat, retrenchment, Festungswerke, welche, im Innern größerer, z. B. der Bollwerke, angebracht, zur Aufnahme einer weiteren Vertheidigung dienen, sobald der Feind das Hauptwerk — hier also z.B. das Bollwerk — zerstört oder erstiegen hat. Auch heißt so in den Gängen der Minen eine Quermauer, um sich dahinter bei dem Eindringen der feindlichen Minirer verheidigen zu können. — 5. (Bauk.) frz. retaille, f., ital. ritaglio, etwas vorstehende, ziemlich quadratische Platte im toskanischen Fries, den Kopf eines senkrecht abgeschnittenen Balkens vorstellend. Den Etruskern u. Römern waren die A.e unbekannt; Scamozzi erst brachte sie, in der Meinung, dietoskanischen Gesimse seien zu eintönig, darin an, und zwar über jeder Säule einen; indessen wurde dadurch nureine noch auffallendere Magerkeit herbeigeführt, und Goldmann fühlte sich daher berufen, sie gleich den Triglyphen des dorischen Gebälkes zu wiederholen; das Beste aber ist, sie ganz wegzulassen; s. d. Art. toskanisch. Is.] — 6 Verschnitt, frz. bois, m. de refend, cosse, f., coupéau, m., engl. batement, cuttings, PI., scandlings, pl., ital. minuzzolo, kurze Stücke Holz, die beim Abbinden und genauen Zurechtsägen der Balken abfallen und gewöhnlich vom Zimmermeister behalten werden, aber dem Bauherrn gehören, wenn dieser die Stämme selbst kauft. — 7. Kleines abgeleitetes Wasser.