abziehen, 1. frz. écouler, engl. to withdraw (Chem.), so bezeichnet man die Destillation einer Flüssigkeit, Wasser, Spiritus, über einer Substanz (Pflanze), um die flüchtigen Theile derselben mit den Wasser- oder Spiritusdämpfen zu verflüchtigen. Das Destillat erhält dann die flüchtigen Produkte der behandelten Substanz gelöst. N7. — 2. (Tischl. und Zimm.) frz. racler, engl. to scrape, gehobelte Holzwaren mittels der Ziehklinge (s. d.) abschaben und glätten, auch für abhobeln überhaupt. — 3. frz. repasser, engl. towhet, schneidende Instrumente, nachdem man sie geschliffen, auf einem Abziehstein oder Streichriemen hin- und her ziehen, s. abstreichen 1; dasselbe thut man z. B. bei den zu Feilen bestimmten Stahlstücken vor dem Hauen, um sie vollständig zu glätten; sind die Stahlstücken groß oder an etwas befestigt, so werden nicht sie über den Stein od. Riemen, sondern derselbe über sie hinbewegt. — 4. (Hüttenw.) die Glätte und Schlacke vom Herd wegschaffen; s. Abzug u. Abstrich 1.— 5. Blechstürze zu gleicher Stärke schlagen. — 6. (Bergb.) s. v. w. vermessen. — 7. (Schmied) Stahl u. Eisen abziehen, s. v. w. über Kohlen härten. — 8.(Maler) mittels langer paralleler Linien herstellen, z. B. einen Sims abz.: seine Schattirung durch parallele Linien nachahmen, so daß der Sims Körper zu haben scheint; eine Fläche mit Linien abz., s. v. w. absetzen; eine dgl. mit Fugen a., sie durch Linien scheinbar abquadern. — 9. (Maur. u. Stukk.), Simsglieder a., dieselben aus Gips ziehen; s. d. Art. Gips. — 10. Sich a., lostrennen, locker werden, wenn der locker werdende Gegenstand eine größere Ausdehnung hat. 11. Abzugsgräben machen; kleine dgl. werden nicht gegraben, sondern mit dem Abziehyflug gepflügt.