Anfangsstein, m., Anfünger, m., Bogenanfänger, m., springer of arch, der erste Wölbstein, den man auf das Widerlager aufsetzt. Bei halbkreisförmigen Bogen hat derselbe gleiche Gestalt mit den folgenden Wölbsteinen, bei Stichbogen hingegen ist er nicht eigentlich bloser Anwölber oder erster Wölbstein, sondern zugleich Widerlagstein; ein solcher Anfänger, frz. sommier, m., hat entweder die Gestalt eines Trapezes, indem er nach dem Bogenlichten zu in einer Spitze endigt, oder er bildet an der inneren Seite einen Theil des Bogens, legt sich aber in beiden Fällen mit einer horizontalen Lagerfläche, Auflage, frz. cul m. du sommier, engl. skew-back, auf die Oberseite des Widerlagpfeilers, die Kämpferfuge, frz. üt du msommier, engl. springers-bed, auf. Wird der Bogen von Backsteinen konstruirt und hat eine bedeutende Spannung od. nicht viel Last zu tragen, so kann man die Anfangsfuge, frz. lit de naissancé, engl. springing-bed, d. h. die schiefe Anlegungsfläche des Bogens, gleich mit an das aus Ziegeln aufgeführte Widerlagsmauerwerk anhauen und zu den Anfängern gleich den anderen Wölbsteinen Backsteine verwenden; über die Gestaltung, die das Widerlager in diesem Fall bekommt, s. d. Art. Widerlager. Hat jedoch der Ziegelbogen eine bedeutende Belastung auszuhalten, oder übt derselbe durch sein eigenes Gewicht infolge einer weiten Spannung viel Druck auf das Widerlager aus, so muß man den Anfänger aus einem härteren Stein arbeiten lassen; man giebt ihm dann nur ungern die oben erwähnte Trapezgestalt, weil die spitze Ecke sehr leicht weggedrückt wird, sondern macht ihn lieber so lang, daß er einige Wölbschichten ersetzt. Bei Kreuzgewölben u. dergl. komplizirten Gewölbformen wendet man gern auch bei kleinen Spannungen u geringer Belastung Anfänger von Stein an, selbst wenn das Gewölbe von Ziegeln ausgeführt wird, weil die Anfänge dieser Gewölbe oft sehr spitz enden und sich in Ziegeln nicht gut arbeiten lassen würden; bei Kreuzgewölben wird an diese Anfänger dann oft gleich das Rippenprofil mit angearbeitet, frz. Claveau à nervure, engl. ribbed springer, und bei Steingewölben und dergl. erhalten dann diese Rippenanfänger gewissermäßen Gabelform, frz. voussoir à branches, fourchue, engl. forked springer; bei Kuppeln über runden Räumen, bei Brückenbogen, Tonnengewölben rce. vereinigen sich die Anfänger zu einer Anfangsschicht, frz. xetombée, f., engl. springing course. Bei regelmäßigen Grundformen u. gleichmäßigen Gewölben liegen die Anfänge in der Regel alle in gleicher Höhe; beiunregelmäßiger Grundform, steigenden Bogen etc. aber kann es wohl vorkommen, daß sie in sehr ungleicher Höhe zu liegen kommen. Bei Stichbogenthüren oder Fenstern, deren Gewände von Sandstein, die Bogen aber von Ziegeln ausgeführt werden, arbeitet man auch wohl den Anfänger gleich an das Gewände; s. überh. Art. Bogen, Gewölbe etc. — 2. (Pflaster.) Anfangsstein neben der Gosse, Bandstein, zweiter Bortstein, frz. Piéerre f. marginale, contrejumelle, engl. curbstone, kerb, kirb, border, second cheekstone; s. d. Art. Bortstein u. Pflaster.