FeedAnschlußstation
VerkehrBau-Lexikon 1881

Anschlußstation, f., frz. station de jonction, engl. junction-station, derjenige Bahnhof einer Eisenbahn, in welchem der Betriebsdienst einer andern daselbst mündenden aufhört. Da bei solchen Stationen die Reisenden in der Regel die Personenwagen der Anschlußhahn besteigen, auch ein Umladen des Gepäcks nöthig ist, wenn nicht besondere Vereinbarungen wegen des Weiterlaufens der Gepäckwagen getroffen sind, so hat man bei Anlage von A.en im Interesse des Publikums bes.darauf zu achten, daß wegen gefahrlosen und bequemen Ueberganges der Personen alle jene Züge, von denen einer die Fortsetzung des andern bildet, an einem und demselben Perron, womöglich an einem zwischen den Zügen liegenden, soge nannten Mittelperron anhalten, selbst auf die Gefahr hin, daß dadurch dem Lokalverkehr eine kleine Unbequemlichkeit auferlegt werden muß. Denn wer in der Nähe einer Station wohnt, lernt sehr bald die Einrichtung derselben kennen und vermag kleine Umwege etc. viel leichter ohne großen Zeitverlust zu überwinden als der durchreisende Fremde. Die das reisende Publikum nicht berührenden Anschlußeinrichtungen, bes. die Fahrgeleise betr., erscheint es amzweckmäßigsten, jeder Verwaltung die von ihr als nothwendig erachteten Geleise zu ausschließlicher Benutzung und Un-⸗ terhaltung zuzutheilen und nur etwa Personenzug-Anfahrgeleise sowie die für Uebergabe und Uebernahme von Wagen, bez. von ganzen Zügen bestimmten Geleise als gemeinschaftliche zu behandeln. Daraus ergiebt sich schon von selst, daß auch die dem Lokalgüterverkehr dienenden Güterschuppen, Ladeperrons etc. für jede Verwaltung getrennt, die Personenverkehrseinrichtungen dagegen, bes. Billetverkauf, Gepäckannahme und Gepäckausgabe, in gemeinschaftlichen Räumen hergestellt werden müssen. Der für Eisenbahnstationen unvermeidliche Übelstand, daß Abtritte immer in den Vordergrund, nämlich an leicht wahrnehmbare Plätze, zu stellen sind, tritt bei Anschlußstationen besonders auffällig hervor, denn hier sind Freiabtritte auf dem Mittelperron als nothwendiges Bedürfnis zu bezeichnen. E

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 119Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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