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BaukunstBau-Lexikon 1881

Attika, f., lat., attica, f., frz. attique, m., engl. attic, attic story. In manchen Fällen ist man durch praktische Rücksichten od. ästhetische Nothwendigkeit gezwungen, über dem Gebälk einer Säulenordnung noch einen wandähnlichen Aufbau anzubringen; man macht denselben ungern höher als ½ der darunterstehenden Säulenordnung und giebt ihm, wenn er sehr niedrig ist, die Form eines Stylobates, wenn er etwas höher ist, die einer Pilasterstellung mit sehr leichtem Gesims. Diese Pfeiler heißen dann (obwohl ungenau) attische Pfeiler, der Aufbau selbst aber, wenn er undurchbrochen oder blos in den Feldern zwischen den Pfeilern mit durchbrochenen Ornamenten versehen ist, eine Attika. Stehen wirkliche Fenster in den Feldern, so hört das Ganze auf, eine A. zu sein, obgleich es eine Zeit gab, wo man gerade dies eine A. nannte und die Fenster attische Fenster; der Engländer nennt die betr. Zimmer atties. Sind die Felder ganz durchbrochen, so ist es gar keine Attika mehr, sondern Brüstung, Geländer etc. Die Franzosen unterscheiden: attique continu, fortlaufende A.; a. interposé Zwischengeschoß, Mezzanine; a. circulaire, s. v. w. Tambour einer flachen Kuppel; a. decheminée, s. Kaminfries; a. de comble, A., die zugleich als Brüstung eines flachen Daches dient; faux a., Untersockel unter dem Säulenstuhl einer sehr hoch stehenden Säulenordnung, damit der Sims der darunter stehenden Säulenordnung den Stuhl nicht verdecke. Eine niedrige A. auf Thürverdachungen nennen die französischen Tischler acrotère.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 180Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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