Bart, m., 1. auch Schlüsselbart, Kamm, frz. panneéton, m., engl. Keybit, der vorstehende Theil eines Schlüssels, welcher, in das Schlüsselloch gesteckt und umgedreht, den Riegel faßt, vor- oder zurückschiebt. Die untere, mit dem Schlüsselrohr parallele Seite steht meist an einer oder an beiden Seiten etwas hervor und wird der Reif des Bartes genannt. Es giebt Bärte, welche ihrer Länge nach zweimal gebogen sind; man nennt dieselben Bärte in S. Der Einschnitt an der vordern Seite des B.s, welcher denselben gewissermaßen zum Theil vom Rohr trennt, heißt Schafteinschnitt, frz. boutéxolle, die übrigen Einschnitte werden Reifen u. die Einschnitte, welche vom Reif des Schlüssels ausgehen, Einstriche genannt; gehteiner der letzteren weiter als die übrigen, so heißt er Mittelbruch, planche. Mehr s. in Art. Schloß und Schlüssel — 2. (Orgelb.) frz. barbiton, zwei Stücke Blech an den Orgelpfeifen, durch deren Ein⸗ oder Auswärtsbiegen die Pfeife gestimmt wird. — 3. frz. barbe, f., engl. beard, der an hölzernen u. zu weichen eisernen Geräthschaften, Pfahlköpfen etc. durch den Gebrauch, bes. durch Daraufschlagen, entstehende Rand. — 4. Stück Holz, an welchem ringsum Späne halb losgeschnitten sind, um beim Feuermachen das Holz damit anzuzünden. — 5. (Bergb.) ein Holz oder Büschel, von den Stürzern an der Tonne befestigt, zum Zeichen für die Arbeiter in der Tiefe, daß das Treiben beendigt und dies die letzte zu fördernde Tonne sei. — 6. (Hüttenk.) die zarten Zacken, welche sich bei der zweiten oder rauhen Gare am Kupfer ansetzen. — 7. Das im Waschtrog sich ansetzende gepochte Erz; daher: der Gang setzt einen B., wenn er in der Sicherung Erz und Steine führt. — 8. (Gießer.) frz. bavure, couture, toile, engl. seam, fash, s. v. w. Gußnaht, Gußreif. — 9. (Beim Graviren) frz. barbe, engl. burr. s. v. w. Grat an den gravirten Strichen entlang. — 10.(Beim Bohren) frz. bavure, engl. burr, s. v. w. Grat an den Rändern des Bohrlochs. — 11. (Zimmerm.) frz. mentonnet, m., engl. jutty, flap, vorstehendes rauhes Stück an den Enden der Breter, entstanden durch das Absprengen des letzten Stückes, bis wohin die Säge beim Trennen nicht vorgedrungen ist. — 12. (Wasserb.) bes. bei Rostschwellen das Endstück, welches über die Pfähle vorsteht.