berohren, akt. Z. (Maur.), frz. garnir oder revétir de roseaux, engl. to cover with réeeds, mit Bretern verschalte (benagelte) Decken oder Wandflächen, sowie die Holztheile der Fachwände mit Rohr belegen, um dem Mörtel- oder Kalkbewurf einen dauernden Halt zu geben. Das Rohr wird zu diesem Behuf nach gewissen Längen verschnitten oder mit dem Rohrhammer abgehauen; dann schlägt der Maurer da, wo die Enden des Rohres hinkommen werden, einige Nägel (Rohrnägel) in die zu berohrende Fläche in einer quer gegen die dem Rohr zu gebende Richtung stehenden Linie ein, an welche er einen geglühten Draht schlaff befestigt, und so auch da, wo das andere Ende der Rohrreihe hintreffen wird; auf diesezwei Drähte wird nun das verschnittene Rohr aufgelegt und ausgebreitet; hierauf beginnt man an einem Ende ungefähr 10 Rohre auf einmal ziemlich dicht an einander zu legen u. das dieselben haltende Drahtstück dicht neben ihnen mit einem Rohrnagel zu befestigen. Ist dies an beiden Enden geschehen, so werden, vielleicht 1520 em. von einander entfernt, nach gleichmäßiger Eintheilung noch mehrere dergleichen Drähte in derselben Richtung aufgenagelt und die so gebildeten Quadrate auch noch nach den Diagonalen mit Drahtüberzogen; letzteres unterlassen dieNaurergern, wenn nicht genügende Aufsicht geübt wird. Sind mehrere Rohrlängen erforderlich, so muß man bei der ersten Lünge die dicken Enden nach der zweiten Reihe zu legen, in welche man dann die schwachen Enden des zweiten Stoßes einschiebt, um das sonst leicht erfolgende Reißen der Decke zu verhüten. Neberhaupt ist es gut, durch Verschiebung der Rohrlängen dergleichen Stöße so viel wie möglich zu umgehen, wodurch man weit gleichmäßigere Putzflächen ererzielen wird. Ferner ist es gut, eiserne Nägel und Eisendraht entweder ganz zu vermeiden, d. h. durch Blei oder Messing etc., zu ersetzen, od. mindestens vor dem Gebrauch in Oel, Theer, Asphalt oder dergl. einzutauchen, um das Rosten zu verhindern. An manchen Orten verwen det man anstatt des Rohres auch schwache Lättchen, Böttcherreifen oder langes Stroh, und anstatt des Drahtes Bindfaden oder auch schwache gespaltene Reifen. Ja, hier u. da haut man sogar blos das Holzwerk auf etc., um so eine rauhe Fläche für das Haften des Putzes zu erlangen; alle diese Methoden sind aber unzureichend; s.übr. d. Art. aufpicken, beruthen, bespicken, Pliesterlatten, Putz re. Beim Berohren lothrechter oder steil geneigter Flächen hat man darauf zu sehen, daß die Rohrschichten nicht lothrecht, überhaupt nicht herabwärts, sondern querüber und zwar möglichst horizontal gerichtetsind. Neuerdings kommen in manchen Gegenden fertige Rohrmatten in den Handel, welche man dann an die Schalung befestigt. MS.)